Konjunkturentwicklung in Schleswig-Holstein im vierten Quartal 2011 stabil
„Unternehmen und Verbraucher werden derzeit nahezu täglich mit Krisenmeldungen aus der Eurozone konfrontiert. Angesichts dieser Verunsicherung zeigt sich unsere Wirtschaft in erstaunlich guter Verfassung.“
Kein Grund für Schwarzmalerei!
Konjunkturentwicklung in Schleswig-Holstein im vierten Quartal 2011 stabil
IHK Schleswig-Holstein
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Die Konjunktur in Schleswig-Holstein ist auch zum Jahreswechsel 2011/2012 weiterhin robust. Mit einem Wert von 117,0 Punkten liegt der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, nur geringfügig unter dem Wert des Vorquartals von 118,1 Punkten. Wegen der gestiegenen konjunkturellen Risiken wie der Schuldenkrise im Euroraum und der weltweiten Wachstumsabschwächung wird das Spitzenergebnis des entsprechenden Vorjahreswertes von 130,1 Punkten allerdings nicht erreicht.
Dazu erklärt Christoph Andreas Leicht, (i.Bild) Präsident der IHK Schleswig-Holstein: Dies sei der positiven Entwicklung von Investitionen und Konsum im Inland zu verdanken. Insgesamt beurteilen 42,4 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 49,5 Prozent als befriedigend und nur 8,1 Prozent als schlecht (Vorquartal: 44,4 Prozent; 44,9 Prozent; 10,6 Prozent). Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Umfrage bei rund 2.000 Unternehmen.
Zu den einzelnen Branchen:
Die Industriekonjunktur wird weiterhin von gut gefüllten Auftragsbüchern und der regen Investitionstätigkeit der Unternehmen getragen. Allerdings kann sich auch das verarbeitende Gewerbe Schleswig-Holsteins den verschlechterten Bedingungen auf einigen Exportmärkten nicht entziehen. Die Bauwirtschaft berichtet überwiegend von einer befriedigenden Geschäftslage. Sie erhält positive Impulse aus dem Bereich des Wohnungsbaus. Der Handel hat sich zu einer konjunkturellen Stütze entwickelt. Er profitiert von einer spürbaren Belebung der Verbrauchernachfrage und der gesunkenen Arbeitslosigkeit. Die Lage in der Verkehrswirtschaft ist überwiegend befriedigend. Die Kreditwirtschaft berichtet weiterhin von guten Geschäften, wenngleich sich die Turbulenzen auf den Finanzmärkten negativ auf die Einschätzungen der weiteren Geschäftsentwicklung auswirken. Rundum positiv stellt sich die Konjunkturlage in der Dienstleistungswirtschaft dar. Besonders gut laufen die Geschäfte bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern.
Die schleswig-holsteinische Wirtschaft blickt insgesamt verhalten optimistisch in die Zukunft. 20,2 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 61,6 Prozent eine gleich bleibende und 18,2 Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal: 22,4 Prozent; 59,4 Prozent; 18,2 Prozent). Die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind insgesamt weiterhin auf Wachstum gerichtet, Fachpersonal wird insbesondere in der Industrie, im Einzelhandel und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungsunternehmen gesucht. Die Investitionstätigkeit entwickelt sich weiterhin dynamisch.
Das Fazit von Christoph Andreas Leicht: „Für konjunkturelle Schwarzmalerei besteht in Schleswig-Holstein kein Anlass. Steigende Investitionen und die positive Beschäftigungsentwicklung lassen erwarten, dass der Konjunkturzug auch im Laufe dieses Jahres in Fahrt bleibt. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Schuldenkrise im Euroraum nicht weiter eskaliert.“
IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist seit 1. Januar 2006 der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.


