Konjunktur im Handwerk läuft weiter rund.
Von einer Krise sei im Handwerk zur Zeit nicht viel zu spüren, betonte Karl-Heinz Bley (i.Bild) , Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT), im Rahmen der traditionellen Aschermittwochspressekonferenz des Handwerks in Hannover.
Handwerk gibt Landesregierung Hausaufgaben auf
Konjunktur im Handwerk läuft weiter rund.
Handwerkskammern Niedersachsen / Niedersächsischer Handwerkstag
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In einer Blitzumfrage des NHT im Januar mit 722 Rückantworten von niedersächsischen Handwerksunternehmen sei von über 90 % der Befragten ihre Lage mit „gut“ oder „befriedigend“ und damit leicht besser als im gleichen Zeitraum des Vorjahres bewertet worden. Auch die Prognose im Hinblick auf die Beschäftigtenzahlen sehe weiterhin positiv aus und werde von Konjunkturexperten der Handwerkskammern bestätigt. Diese erwarteten 2012 eine nochmalige Steigerung bei den Beschäftigtenzahlen um 0,5 %, also um ca. 2.500 auf dann insgesamt 505.000 Beschäftigte und einen Umsatzanstieg um 1,6 % auf 46,3 Mrd. Euro.
Fachkräftegewinnung - große Herausforderung der Zukunft.
Allerdings, so Bley, dürfe nicht verkannt werden, dass es auch 2012 eine Reihe bedeutender Herausforderungen und Problembereiche gebe. Das Top-Problemfeld auf den ersten Platz sei die Fachkräftegewinnung. Es sei gegenwärtig nicht das vorrangige Problem Aufträge zu erhalten, sondern die Herausforderung bestünde vielmehr darin, die Arbeitskräfte zu gewinnen, um Aufträge anzunehmen und ausführen zu können. Damit würden andere Problemfelder, wie Steuer- und Sozialabgaben, Schwarzarbeit und selbst die Kreditbeschaffung zumindest gegenwärtig als Herausforderung in den Hintergrund treten. Das Thema Kreditbeschaffung werde aber, so Bley, wieder ein Thema werden, wenn Basel III, wie ursprünglich geplant, umgesetzt werde. Dank der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen, dem Handwerker-Bonus, habe nach Beobachtung des NHT das Schwarzarbeitsthema an aktueller Brisanz verloren.
Positiv sei zu registrieren, dass Ende 2011 mit 18.833 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gewesen sei. Die Blitzumfrage habe sich, wie in den vergangenen Jahren, mit der Ausbildungssituation beschäftigt. Dabei hätten 67 % der antwortenden Betriebe darauf hingewiesen, dass die Bewerbungen weiter zurückgehen würden. Gegenüber dem Jahr 2010 sei dies inzwischen ein Anstieg von ca. 15 Prozentpunkten. Dies spiegle sich auch in der Besetzung der angebotenen Ausbildungsplätze wider. 29,5 % der Betriebe hätten darauf hingewiesen, diese nicht mehr besetzen zu können.
Die Blitzumfrage, so Bley, mache deutlich, dass die Landesregierung bis zur Landtagswahl 2013 noch eine Reihe von Hausaufgaben zu erledigen habe, um auch bei einer mittelfristig rückläufigen Konjunkturentwicklung gut aufgestellt zu sein. Diese betreffen folgende Punkte:
- Einsatz für den Erhalt und die Absicherung einer mittelstandsgerechten Finanzierung im Rahmen der Umsetzung von Basel III
- Appell an die Kreditwirtschaft zu Senkung der nach wie vor zu hohen Kontokorrent- und Dispozinsen
- Klare und deutliche Positionierung im Hinblick auf die Herstellung von mehr Steuergerechtigkeit durch Senkung der sogenannten kalten Progression
- Handwerksorientierte Umsetzung der Energiewende durch gleichmäßige Verteilung der Mehrkosten auf alle Wirtschaftsbereiche sowie Herbeiführung einer Lösung im Vermittlungsausschuss zur steuerlichen Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen bei Gebäuden
- Handwerks-und mittelstandsgerechte Ausrichtung und unbürokratische Abwicklung der EU-Strukturfondsförderung für Niedersachsen ab 2014
- Ausbau der Berufsorientierung an allen Schulformen, insbesondere im Hinblick auf das Gymnasium
- Stärkung der dualen Ausbildung durch Rückbau des Übergangssystems an den berufsbildenden Schulen
- Intensivierung von Maßnahmen zur Fachkräftesicherung in gewerblich-technischen Berufen
Abschließend äußerte NHT-Präsident Bley seine Zuversicht, dass die Landesregierung bis zur Landtagswahl diese Hausaufgaben noch erledigen werde. Notfalls biete der NHT der Landesregierung entsprechende Hausaufgabenhilfen an.







