HWK Trier legt Thesenpapier zur Zukunft des Handwerks vor
Trier. Die Handwerkskammer Trier (Hwk) hat sich in ihrem Erneue-rungsprozess inspirieren lassen von der politischen Beteiligungskultur des neuen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Im Dialog mit Mitgliedsbetrieben und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft soll eine Zukunftswerkstatt handwerkspolitische Forderungen für das 21. Jahrhundert entwickeln. Der Hwk-Bevollmächtigte Karl-Jürgen Wilbert ( i. Bild ) sieht dabei als entscheidende Frage, welche Kommunikationsstrategien des amerikanischen Wahlkampfes sich so auf lokale Verhältnisse herunterbrechen lassen, dass sie auch für eine Handwerkskammer anwendbar und nutzbringend sind.
Karl-Jürgen Wilbert und Jendrik Scholz „Kommunikation und Teilhabe - Wer begeistert ist, kann auch andere mitreißen“
HWK Trier legt Thesenpapier zur Zukunft des Handwerks vor
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„Wenn wir wieder stärker nach außen auftreten wollen, müssen wir neue Formen der Kommunikationskultur pflegen“, erklärt Wilbert. Offenheit und Teilhabe seien hier die Schlüssel. Dabei setzt Wilbert verstärkt auf Informationsaustausch und zeitgemäße Kommuni-kationsformen. Wichtig sei, per Internet in Blogs, Chats und Foren miteinander ins Gespräch zu kommen. Daher werde zum Meinungs-austausch ein neues Internet-Forum zu handwerksbezogenen Themen eingerichtet. So sei geplant, die Servicequalität des Internetauftritts als lebendiger Plattform auszubauen. „Wendet sich beispielsweise ein Interessent per E-Mail mit einer Anfrage an die Kammer, so erhält er innerhalb von 24 Stunden garantiert eine Antwort“, erläutert Sozialwissenschaftler und Verwaltungswirt Jendrik Scholz. „Wir wollen zudem eine telefonische Kontakt-aufnahme rund um die Uhr einrichten.“
Wilbert und Scholz warnen vor der Gefahr, das Handwerk könnte von der technologischen Entwicklung abgehängt werden. Deshalb müssten auch die Bildungs- und Beratungsangebote der Hand- werkskammern stärker zusammengeführt und mit Technologie-themen verknüpft werden. Zudem sei es erforderlich, die Bedürfnisse neuer Zielgruppen auszumachen und anzusprechen.
Das Trierer Handwerk stehe laut Wilbert nicht nur vor der großen Herausforderung, sich inhaltlich zu erneuern, sondern den Beteiligten zugleich mehr Möglichkeiten der Mitgestaltung einzu-räumen. Führungskräfte der Handwerkskammer Trier würden daher ab Frühjahr verstärkt Handwerksbetriebe besuchen. So sollen Kritik, Anregungen und Fragen aufgenommen werden und zu neuen Leistungsangeboten der Kammer führen. Der Philosophie folgend: „Wir sind da, wo Sie uns brauchen!“, plant die Handwerkskammer ihre Beratungsangebote noch stärker auf die Realitäten im Betrieb vor Ort auszurichten.
Wilbert und Scholz regen überdies eine neue Schulpolitik an: „Ein Hauptschulabschluss reicht für viele Berufe im Handwerk nicht mehr aus.“ Das Handwerk benötige auch in Zukunft Leistungseliten – die künftigen Existenzgründer und Unternehmer. Nicht ohne Grund gehe der bundesweite Trend hin zu einem zweigliederigen Schulsystem. Das Trierer Handwerk habe deshalb ein großes Interesse daran, das rheinland-pfälzische Modell einer „Realschule plus“ aktiv zu unterstützen. Unabhängig von der Schulreform sei es entscheidend, die Qualität und Praxisnähe des Unterrichts zu verbessern.
Hwk-Trier, Tel. 0651/207-0, E-Mail: info@hwk-trier.de


