Handwerkstag: Land überfordert Betriebe beim Klimaschutzgesetz.
„Die Landesregierung sollte auf dem Boden bleiben und nicht vollkommen theoretische Werte zur CO2-Minderung als Zielvorgabe in die Welt setzen“, kritisierte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle das angekündigte Klimaschutzkonzept.
Ein zusätzliches Energie- und Klimaschutzkonzept soll die Umsetzung forcieren.
Handwerkstag: Land überfordert Betriebe beim Klimaschutzgesetz.
Baden-Württembergische Handwerkstag e.V.
Heilbronner Straße 43
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Wenn dabei für den Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistung, hinter dem sich unter anderem sämtliche Betriebe des Handwerks verbergen, eine Senkung des Klimagasausstoßes von knapp 40 Prozent innerhalb der nächsten acht Jahre errechnet würden, dann zeuge dies von ziemlicher Realitätsferne.
Erstmals soll Ende des Jahres ein Landesgesetz dem Klimaschutz in Baden-Württemberg einen festen Stellenwert geben. Ein zusätzliches Energie- und Klimaschutzkonzept soll die Umsetzung forcieren. Es sei richtig, dass es in den Betrieben ein großes Potenzial zur Energieeinsparung gebe, sagte Möhrle. Es gebe allerdings keine verifizierbaren Daten über die tatsächlichen CO2-Emissionen der rund 130.000 Handwerksbetriebe im Land. Das vom Umweltministerium geförderte Effizienzberatungsprogramm ECO+, das bislang in 129 Unternehmen im Handwerk durchgeführt wurde, habe gezeigt, dass mit geringinvestiven Maßnahmen durchschnittliche Einsparungen von rund zehn Prozent erreicht werden können. Möhrle: „Das gibt einen realistischen Hinweis, was mit den derzeitigen Rahmenbedingungen machbar ist.“
Um die Betriebe aber auf das in einem von Umweltminister Franz Untersteller und der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten geforderte Effizienzniveau zu bringen, seien riesige Investitionen notwendig und damit seien die rund 130.000 kleinen und mittleren Unternehmen alleine schlichtweg überfordert. Wenn das Land mehr erreichen wolle, müsse es auch mehr tun: „Es reicht nicht, pauschal eine Unterstützung mit Förderprogrammen in den Raum zu stellen.“ Um den Zug in Richtung 40 Prozent in Bewegung zu setzen, braucht es gewaltige und kontinuierliche Anstrengungen. Möhrle: „Wenn Baden-Württemberg mit ambitionierten Zielen zum Schrittmacher und Vorbild für andere Bundesländer werden will, dann muss es sich noch gewaltig zur Decke strecken und deutlich mehr in den Anschub investieren.“


