Handwerkskammer Trier ehrte Christian Aschinger als „Lehrling des Monats“.
„Die Ausbildung macht so viel Spaß, ich möchte nichts anderes mehr machen“, sagt der 21-Jährige. Alle Prüfungen im Zweiradmechanikerhandwerk hat er herausragend abgeschlossen.
(v.l.): Velopoint-Geschäftsführer Peter Düntzer, Christian Aschinger, Handwerkskammer-Präsident Rudi Müller und Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt
Handwerkskammer Trier ehrte Christian Aschinger als „Lehrling des Monats“.
Handwerkskammer Trier
Loebstraße 18
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Als Christian Aschinger die Realschule in Trier-Ehrang abschloss, wusste er noch nicht, in welchem Beruf er sich ausbilden lassen wollte. Seine Vorstellungen waren zunächst nur vage: vielleicht eine Lehre im IT-Bereich. Oder im Handwerk - wie sein Vater, ein gelernter Elektriker. Um seinen Berufswunsch herauszufinden, meldete sich der junge Mann aus Aach bei der Agentur für Arbeit. Deren Mitarbeiter rieten ihm aufgrund der Ausbildungsplatzsituation von einer Lehre im IT-Bereich ab. Also bewarb er sich für Lehrstellen in anderen Berufen.
Christian Aschinger – Drei Fahrräder, ein Zweiradmechaniker und eine Lehrstelle
Die gut zehn Kilometer von Aach bis zur Agentur für Arbeit Trier legte der damals 17-Jährige mit dem Rad zurück. „Als das Fahrrad fast auseinander fiel, habe ich mir aus drei alten ein neues gebastelt. So kam ich auf die Idee, mich für eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker zu bewerben.“ Seiner ehemaligen Schulleiterin Marita Wenz, zu der er immer einen guten Draht hatte, erzählte er davon. Sie nahm Kontakt zur Handwerkskammer Trier (HWK) auf. Wenig später meldete sich Petra Kollmann, Schulbeauftragte der Kammer, bei Christian. Mit ihrer Unterstützung bewarb er sich im Rahmen des JOBSTARTER-Projekts nun gezielt bei Betrieben, die Zweiradmechaniker ausbilden. Mit diesem Ausbildungsstrukturprogramm will das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Ausbildungsplatzsituation von Jugendlichen verbessern.
Zweiradmechanikers ist ein abwechslungsreicher und innovativer Beruf.
Unter den Firmen, die Christian anschrieb, war auch die Trierer Firma Velopoint. Da der Betrieb mit Laden und Werkstatt gerade im Umzug steckte und bereits zwei Lehrlinge hatte, blieb das Interesse zunächst aus. Doch Aschinger blieb konsequent und brachte seine Bewerbung gleich drei Mal persönlich vorbei. Schließlich wurde seine Hartnäckigkeit belohnt. Der Betrieb ließ ihn zunächst auf Probe arbeiten. Nach einem Praktikum bekam er den Ausbildungsvertrag zum Zweiradmechaniker in der Fachrichtung Fahrradtechnik.
Mittlerweile hat Christian die dreieinhalbjährige Lehre fast abgeschlossen. Alle Prüfungen im Zweiradmechanikerhandwerk hat er mit herausragendem Ergebnis gemeistert. Sein Arbeitgeber freut sich mit ihm und will Christian nun auch als Gesellen weiterbeschäftigen.
„Die Ausbildung macht so viel Spaß, ich möchte nichts anderes mehr machen“, sagt der jetzt 21-Jährige. „Zweiradmechanikers ist ein abwechslungsreicher und innovativer Beruf. Ich lerne nicht nur im mechanischen Bereich viel dazu, sondern auch im kaufmännischen.“ Weil ihn das Radfahren auch privat begeistert, fällt ihm das Lernen in Schule und Werkstatt leicht. Auch wenn er nach einem anstrengenden Arbeitstag von Fahrrädern manchmal genug hat, baute er sich in der Freizeit ein komplett neues Mountainbike zusammen. „Ich wollte kein Rad von der Stange. Auch meiner Freundin habe ich schon ein Fahrrad zusammengestellt, hauptsächlich mit Teilen aus meinem eigenen Bestand. Mit den Jahren hat sich einiges angesammelt, das ist jetzt mein Ersatzteillager.“
Die Handwerkskammer ehrte Christian Aschinger nun als „Lehrling des Monats“. Die Auszeichnung erhielt er nicht nur wegen seiner ausgezeichneten Prüfungsleistungen. Auch seine Persönlichkeit trug dazu bei. So wird er dem Ausbildungsbetrieb zufolge von dessen Mitarbeitern und Kunden sehr geschätzt. Durch seine ruhige und freundliche Art komme Christian überall gut an. „Er ist in allen Bereichen kompetent einsetzbar, ein echter Glücksgriff für den Betrieb“, heißt es bei Velopoint.
Da Christian sein Hobby zum Beruf gemacht hat, bleibt ihm noch Zeit für ein anderes Steckenpferd. Freunde haben ihn an Paintball herangeführt. Mittlerweile spielt er beim Landesligisten PSV Bitburg. Dabei machen sich auch seine mechanischen Kenntnisse ab und zu bezahlt. Der Markierer, mit dem die Paintballer ihre Farbkugeln abfeuern, muss regelmäßig gewartet werden. Im Gegensatz zu manch anderen Paintballern kann Christian das selbst erledigen.
Fotos (HWK):
- Fahrrad-Fan Christian Aschinger in der Werkstatt bei Velopoint
- Bild von der Ehrung (v.l.): Velopoint-Geschäftsführer Peter Düntzer, Christian Aschinger, Handwerkskammer-Präsident Rudi Müller und Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt


