Mehr als 500 zusätzliche Lehrstellen für Migranten in Hamburg
Der Hamburger Aktionsplan für mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist offenbar erfolgreich gewesen: Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) zog am Mittwoch knapp ein Jahr nach dem Beschluss eine erste Zwischenbilanz auf einer Regionalkonferenz der Handelskammer. Dort sollten auch Unternehmen von Migranten für die Einrichtung weiterer Lehrstellen gewonnen werden. "Es sieht so aus, dass der Plan aufgeht", sagte von Beust. Es seien bereits mehr als 500 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden. Ziel war es, insgesamt 1.000 zusätzliche Lehrstellen für Migranten einzurichten. Eine genaue Halbzeitbilanz des auf zwei Jahre angelegten Plans werde im Mai vorgelegt, so von Beust.
Hamburg aktiv für Integration.
Mehr als 500 zusätzliche Lehrstellen für Migranten in Hamburg
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Aufruf an Betriebe von Migranten
Gerade bei Unternehmen mit Inhabern aus Migrantenfamilien bestehe noch ein großes Potenzial an Ausbildungplätzen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm (CDU): In 300.000 solcher Unternehmen mit 1,2 Millionen Beschäftigten in Deutschland gebe es derzeit nur 25.000 Lehrstellen. Fehlende Information und vor allem mangelnde Erfahrung mit der dualen Ausbildung halte die Firmeninhaber oft davon ab, Lehrstellen anzubieten, so Storm. Der Vizepräsident der Handelskammer, Andreas Bartmann, rief diese Unternehmen dazu auf, Lehrlinge einzustellen: "Wer ausbildet, gibt Jugendlichen eine Perspektive und unterstützt aktiv die Integration junger Migrantinnen und Migranten."
Von Beust: "Riesige gesellschaftliche Aufgabe"
Von Beust betonte, es gehe nicht darum, dass Unternehmer ausländischer Herkunft nun alle Migranten ausbilden müssten. Aber sie sollten sich an der "riesigen gesellschaftlichen Aufgabe" beteiligen, sagte von Beust. Es gehe nicht nur um den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit: "Wer mit 13, 14, 15 das Gefühl hat, er werde nicht gebraucht, der ist für sich selbst und für die Gesellschaft verloren." Die Erste Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer (ATU), Aygül Özkan, sagte, Ausbildung und Sprachförderung seien der Schlüssel für Integration. Die ATU habe schon viele Unternehmer mit ausländischem Hintergrund dazu bewegen können, neue Ausbildungsplätze einzurichten.
Stand: 14.03.2007


