Ersatzteile: Bundesregierung soll Autofahrer entlasten
24.04.2008 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der ADAC fordern die Bundesregierung auf, die geplante Liberalisierung des Autoersatzteilemarktes nicht zu blockieren. "Dies wäre ein wichtiges Signal gegen Monopolgewinne der Hersteller auf Kosten der Autobesitzer", so die beiden Organisationen. Die Bundesregierung habe es in der Hand, deutsche Autobesitzer um jährlich 160 bis 260 Millionen Euro zu entlasten - so hoch wird das Einsparpotential geschätzt. Die Entscheidung der EU-Justizminister wird Ende Mai erwartet.
Gemeinsame Presseerklärung von ADAC und Verbraucherzentrale Bundesverband zur Liberalisierung des Autoersatzteilemarktes
Ersatzteile: Bundesregierung soll Autofahrer entlasten
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Kleine Blessuren am Auto sind teuer, weil ein Designschutz den Herstellern das Monopol auf sichtbare Ersatzteile garantiert. Darunter fallen beispielsweise Kotflügel, Windschutzscheiben und Scheinwerfer. Für günstigere Preise soll nach EU-Plänen eine verbindliche so genannte Reparaturklausel sorgen. Diese gewährt den Automobilherstellern vollen Schutz ihres Neuwagen-Designs, ermöglicht aber im Ersatzteilmarkt einen wirksamen Wettbewerb.
Verbraucher zahlen zwei Mal
"Es ist höchste Zeit, dass die Ersatzteil-Vorherrschaft der Hersteller gekippt wird. Jeder Tag ohne Öffnung ist eine vom Verbraucher bezahlte Zusatzrendite für die Autobauer", meint der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes Gerd Billen. ADAC-Präsident Peter Meyer weist darauf hin, dass der Kunde das Design eines Autos schon beim Neuwagenkauf bezahlt. "Es kann nicht sein, dass der Besitzer nach einem Unfall neben den Reparaturkosten auch noch ein weiteres Mal den Preis für das Design berappen muss", so Meyer. Bislang spricht sich das in dieser Sache federführende Bundesjustizministerium gegen eine Liberalisierung des Ersatzteilmarktes aus.
Einsparpotential von bis zu 260 Millionen Euro
Deutsche Autobesitzer geben für sichtbare Ersatzteile jährlich 2,6 Milliarden Euro aus. Nach Angaben der EU-Kommission kosten die gleichen Teile in Ländern ohne Designschutz im Schnitt zwischen 6 und 10 Prozent weniger. Das Einsparpotential für deutsche Verbraucher liegt damit zwischen 160 und 260 Millionen Euro im Jahr. Für einige Originalteile zahlen Autobesitzer sogar doppelt soviel wie in anderen Ländern. Nach Recherchen der ADACmotorwelt kosten beispielsweise Kotflügel einiger Modelle im freien Handel weniger als die Hälfte des Original-Modells.


