Alkohol-Sucht im Betrieb! Was tun?
Alkohol-Sucht im Betrieb! Was tun?
Alkohol, Drogen, Tabletten...als Vorgesetzte oder Vorgesetzter werden Sie mit diesem heiklen Thema im Büro oder im Produktionsbetrieb immer wieder konfrontiert. Aber wie erkennt man rechtzeitig eine Suchterkrankung? Die betroffene Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter wird aller Voraussicht nach alles tun, um ihre /seine Erkrankung, so lange es geht, nach außen zu verschleiern. Es gibt gleichwohl einige deutliche Hinweise, die auf Suchterkrankung hindeutet, sagen Experten. Um es gleich vorweg zu sagen: Diese Frühkennungs-Merkmale sind jedoch nur grobe Hinweise. Hüten Sie sich deshalb vor einer vorschnellen Diagnose. Konsequent handeln müssen Sie indessen als Führungskraft, wenn Sie über einen längeren Zeitraum solche Signale von einem Mitarbeiter bekommen. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Beobachtung auf die nachfolgenden drei Hauptbereiche:
1) Veränderung der Person Häufiger Wechsel der Stimmungen von "himmelhoch jauchzend" bis hin "zu Tode betrübt" Mangelnde Sorgfalt auf Grund von Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen Vernachlässigung der äußeren Erscheinung "Fahne" oft überdeckt von Pfefferminzgeruch bzw. Mund- oder Rasierwasser. Verlängerte Reaktionszeiten, Verschlechterung der motorischen Geschicklichkeit Gelegentliche Angstzustände Mögliche körperliche Auffälligkeiten: Zittern der Hände und Schwitzen, aufgedunsenes Aussehen, gerötete bzw. extrem fahle Gesichtshaut 2) Veränderungen im Sozialverhalten
Ruf hoher Trinkfestigkeit (Stimmungskanone) Erfinden von Alibis für ständigen Alkohol- bzw. Tablettenkonsum Verstecke für Vorräte Vermeidung von Gesprächen über Alkohol und Drogen Leugnen des Konsumverhaltens Vernachlässigung der sozialen Umwelt/Familie Übertriebene Kontaktfreudigkeit bis hin zur Distanzlosigkeit Selbstüberschätzung, Verlust der Fähigkeit der Selbstkritik, Prahlerei 3) Veränderungen auf betrieblicher Ebene
Kurze, aber häufige Fehlzeiten vor/nach dem Wochenende, die zudem häufig durch Dritten (z.B. Ehepartner) und nicht vom Mitarbeiter selbst entschuldigt werden Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit Zunehmende Unfallhäufigkeit (Arbeits- und Wegeunfälle) Schwankendes Leistungs- und Durchhaltevermögen Vergesslichkeit (z.B. von Arbeitsaufträgen, Verabredungen, Zwischenfällen) Absonderung von den Kollegen und Meiden des Kontakts mit Vorgesetzten Trinken bzw. Alkoholfahne bereits zu Arbeitsbeginn Wie kann man nun suchtkranken Menschen helfen und wie kann das Unternehmen vor Schaden bewahrt werden? Der Expertenrat: Beugen Sie Alkohol- und Drogenmissbrauch vor. Suchen Sie rechtzeitig das Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitern, aber versuchen Sie nicht in die Rolle des Arztes, Suchtberaters oder Therapeuten zu übernehmen. Äußern Sie Ihre Sorge über das Verhalten und bieten Sie nur dann Hilfe an, die Sie die als Vorgesetzte oder Vorgesetzter tatsächlich auch leisten können.
Sind Sie Alkoholiker? Was können die Anonymen Alkoholiker für Sie tun?
Ob Sie Alkoholiker sind und ob Ihnen das Programm und die Lebensweise der AA helfen können, müssen Sie selbst entscheiden. Niemand aus der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen.
Hier sind einige der Fragen, die uns gestellt wurden und deren ehrliche Beantwortung uns geholfen hat, unsere Krankheit zu akzeptieren. Mit Hilfe der Gemeinschaft der AA bauten wir unser neues Leben auf. ** http://www.anonyme-alkoholiker.de/content/03info/03wer.php ** Mehr zu diesem Thema, insbesondere Hilfe und Rat finden Sie unter** http://www.anonyme-alkoholiker.de **
**Schmerzmittel und Alkohol: Eine Kombination, die einige Risiken birgt **
Viele Menschen nehmen Schmerzmittel ein, um damit ihre unterschiedlichen Schmerzen zu lindern. Werden Sie entsprechend der Angaben auf dem Beipackzettel eingenommen, gelten Schmerzmittel im Allgemeinen als sicher. Probleme können allerdings dann auftreten, wenn Sie häufiger als empfohlen oder in einer höheren Dosis eingenommen werden. Oder dann, wenn Sie mit anderen Medikamenten oder Drogen, wozu auch Alkohol zählt, kombiniert werden. Bedeutet das also, dass Sie, wenn Sie Schmerzmittel einnehmen, niemals Alkohol trinken dürfen, nicht mal ein Glas Wein? Auf jeden Fall heißt es sehr wohl, dass Sie die Risiken einer Kombination von Alkohol und Schmerzmitteln abwägen müssen. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie die Schmerzmedikation regelmäßig oder in höheren Dosen brauchen.
Schmerzmittel und Alkohol: Erst bedenken, dann trinken Berücksichtigen Sie die folgenden Faktoren bei Ihrer Entscheidung darüber, ob es sicher für Sie ist, Alkohol zu trinken, wenn Sie gleichzeitig Schmerzmittel einnehmen: Das Risiko von Nebenwirkungen bei einer Kombination von Alkohol und Schmerzmittel ist dann größer, wenn Sie eines von beidem regelmäßig zu sich nehmen.
Das Risiko ernster Nebenwirkungen durch den Genuss von Alkohol steigt, wenn Sie ein Schmerzmittel in einer hohen Dosis einnehmen.
Wenn Sie bereits unter Nebenwirkungen durch ein Schmerzmittel leiden, dann werden die Beschwerden in Verbindung mit Alkohol noch stärker.
Menschen, die älter als 65 Jahre sind, haben generell ein höheres Risiko für Nebenwirkungen durch Schmerzmittel. Zudem baut der menschliche Körper Alkohol mit zunehmendem Alter langsamer ab, was dessen Wirkung verlängert.
Wenn es für Sie schwierig ist, es bei einem Glas Alkohol bewenden zu lassen, wenn Sie einmal damit angefangen haben, dann sollten Sie Alkohol gänzlich meiden. Denn je mehr Sie trinken, desto größer werden die Risiken.
** Alkoholsucht: Die Nulltoleranz wackelt** Für immer mehr Therapeuten ist "kontrolliertes Trinken" eine Alternative
Süchtige können nicht kontrolliert trinken. Dies war lange Zeit eherner Lehrsatz von Suchttherapeuten. Für sie konnte das Ziel aus der Alkoholsucht nur absolute Abstinenz sein. Seit einigen Jahren aber hat die Methode des "Kontrollierten Trinkens" sich Respekt verschafft. In einem Zehn-Stufen-Programm setzen sich die Patienten mit ihrem Alkoholkonsum kritisch auseinander, um ihn schließlich eigenständig zu drosseln. "Aus psychotherapeutischer Sicht kann es durchaus sinnvoll sein, einem Süchtigen zunächst Zieloffenheit bei der Suchtbekämpfung anzubieten", sagt Professor Dr. Michael Klein von der Kompetenzplattform Sucht in Nordrhein-Westfalen in der "Apotheken Umschau". Immer wieder werden mit dieser Methode Menschen erreicht, die der Gedanke an "Nie wieder Alkohol" bislang vor jeder Suchttherapie zurückschrecken ließ. Kritiker sind aber nach wie vor zahlreich. Professor Dr. Michael Soyka von der Psychiatrischen Klinik der Universität München etwa will allenfalls eine "schadensbegrenzende Strategie" für hoffnungslosen Rückfallpatienten gelten lassen.
PS. Anm. d. Redaktion Nach wie vor gilt: Kontrolliertes Trinken ist nicht möglich und führt stets unweigerlich immer wieder in den Abgrund. Da können die Therapeuten und Professoren soviel reden, wie Sie wollen. Wenn Sie selbst süchtig wären, würden Sie es besser wissen. Nur permanente Trockenheit hilft.
** Alkohol am Arbeitsplatz - Stufenplan ein richtiger Weg**
Immer wieder müssen sich auch die Arbeitsgerichte in Deutschland mit dem Thema Alkoholismus beschäftigen. Zuletzt musste das Arbeitsgericht Frankfurt einen Fall zum Thema "Alkohol am Arbeitsplatz" entscheiden. Die Richter stellten klar: Ein lediglich pauschal vorgetragener Alkoholvorwurf rechtfertigt weder eine Kündigung noch den Abschluss eines Auflösungsvertrags.
Alkoholismus in Deutschland Alkoholismus zählt zu den größten gesellschaftlichen Problemen in Deutschland.
Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr mehr als 10 Liter reinen Alkohol.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der Alkoholiker in Deutschland auf mehr als 1,5 Millionen.
2,4 Millionen sind durch Alkoholmissbrauch gefährdet.
Und immer wieder müssen sich auch die Arbeitsgerichte mit dem Thema Alkohol und vor allem dem Thema "Alkohol am Arbeitsplatz" auseinander setzen.
Zuletzt musste sich das Arbeitsgericht Frankfurt mit dem Thema Alkohol am Arbeitsplatz beschäftigen.
Alkohol am Arbeitsplatz - Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt In einem am 28.10.2005 veröffentlichten Urteil stellte das Arbeitsgericht Frankfurt klar:
Eine Kündigung wegen Alkohol am Arbeitsplatz setzt voraus, dass der Dienstherr oder ein privater Arbeitgeber die genauen Daten und die Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs vortragen kann.
Ein lediglich pauschal vorgetragener Alkoholvorwurf rechtfertigt weder eine Kündigung noch den Abschluss eines Auflösungsvertrags (Az. 22 Ca 2931/05).
Das bedeutet für Sie: Werden Sie als Personalrat mit einer solchen Kündigungsabsicht konfrontiert, sollten Sie darauf drängen, dass der Arbeitgeber zunächst abgemahnt wird.
2 Dinge kann man tun:
Treffen Sie eine Dienstvereinbarung zur betrieblichen Suchprävention in der Dienststelle, um den Gefahren des Alkoholmissbrauchs vorzubeugen.
Vereinbaren Sie klare Spielregeln, was mit Bediensteten passiert, die alkoholisiert angetroffen werden, oder Alkohol am Arbeitsplatz konsumieren. Die Suchtprävention und die Hilfe für den Betroffenen sollten dabei immer im Vordergrund stehen.
Genvarianten beeinflussen Trinkverhalten Betroffene Personen trinken nicht häufiger, sondern wesentlich mehr
Mannheim/London (pte/27.04.2006 )
Das CRHR1-Gen liefert die Bauanleitung für ein Protein, das bei der Stress-Koordination und der Steuerung von Gefühlen wie Angst eine große Rolle spielt. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) http://www.ngfn.de entdeckten nun, dass zwei Varianten in diesem Gen die Trinkgewohnheiten des Menschen beeinflussen. Personen, die diese Genveränderungen aufweisen, trinken durchschnittlich nicht häufiger, sondern jedoch wesentlich mehr. Sie betrinken sich dadurch im Schnitt doppelt so häufig wie andere. Die Ergebnisse der NGFN-Forscher wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry http://www.nature.com/mp veröffentlicht.
Um den Anteil des CRHR1-Gens am menschlichen Trinkverhalten festzustellen, verglichen die Forscher die genetische Ausstattung von jungen "Binge Drinkers" mit der von Jugendlichen mit einem bisher niedrigen Alkoholkonsum. "Die zwei genetischen Variationen traten bei Jugendlichen mit einem hohen Alkoholkonsum häufiger auf", erzählt Wissenschaftler Gunter Schumann, der am Institut für Psychiatrie des King's College London http://www.iop.kcl.ac.uk und am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim http://www.zi-mannheim.de tätig ist, im pressetext-Gespräch. Daraufhin haben die Forscher diese Daten mit dem Genprofil 300 erwachsener Alkoholiker verglichen. "Das genetische Profil von alkoholabhängigen Erwachsenen, die schnell und viel trinken, entspricht dem genetischen Profil von jugendlichen Alkoholikern", so Schumann.
Neben den CRHR1-Varianten gibt es noch viele weitere Gene, die, zusammen mit äußeren Faktoren, das Trinkverhalten beeinflussen. Schumann vergleicht es mit einem Orchester: "Wenn eine Geige falsch spielt, bemerkt man es nicht. Je mehr Instrumente verstimmt sind, desto auffallender wird es jedoch." Alkoholsucht wird außerdem zu 50 bis 60 Prozent vererbt. Das zeigte eine Studie mit adoptierten Kindern, deren leibliche Eltern Alkoholiker waren, die aber in Pflegefamilien ohne Alkoholmissbrauch aufgewachsen waren. Diese Kinder haben ein drei bis vier mal höheres Risiko, ebenfalls alkoholsüchtig zu werden als andere adoptierte Kinder.
Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Ergebnisse dazu beitragen, gefährdeten Personen zu helfen, bevor sie alkoholkrank werden. Kennt man die genetischen Ursachen der Sucht, so birgt das darüber hinaus die Möglichkeit, maßgeschneiderte Therapien für Alkoholiker zu entwickeln. " Menschen, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung Schwierigkeiten mit ihren Trinkgewohnheiten haben, müssen anders behandelt werden als Menschen, bei denen das nicht die Ursache ist", so Schumann im pressetext-Interview.
** Alkoholkonsum im Jugendalter bildet Grundlage für Alkoholsucht Frühe Erfahrungen mit Alkohol fügen Gehirn großen Schaden zu**
Jugendliche, die übermäßig Alkohol konsumieren, laufen nicht nur Gefahr, sich lächerlich zu machen. Immer mehr Studien belegen, dass ein exzessiver Alkoholkonsum in den jungen Jahren langfristig ernsthafte Folgen für die Gesundheit hat, wie der Guardian berichtet. So haben Wissenschaftler vom Youth Alcohol Prevention Center der Boston University School of Public Health http://www.bu.edu/dbin/sph/ jetzt nachweisen können, dass Alkoholmissbrauch im jugendlichen Alter die Grundlage für eine Alkoholsucht im Erwachsenenalter bildet. Verschiedene andere aktuelle Studien zeigen darüber hinaus, dass frühe Erfahrungen mit Alkohol dem Gehirn mehr Schaden zufügen, als bisher angenommen wurde.
Die Forscher aus Boston befragten für ihre Studie, die diese Woche in der Fachzeitschrift "Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine" http://archpedi.ama-assn.org veröffentlicht wurde, über 43.000 Erwachsene über ihren Alkoholkonsum. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass 47 Prozent der Jugendlichen, die schon vor ihrem 14. Lebensjahr anfingen Alkohol zu trinken, irgendwann später in ihrem Leben alkoholabhängig wurden. Bei Menschen, die erstmals im Alter von 21 Jahren Alkohol tranken, waren es jedoch nur neun Prozent. Früher Alkoholkonsum fördert allerdings nicht nur das Abhängigkeitsrisiko: Je jünger man bei der ersten Alkoholerfahrung ist, umso früher setzt die Abhängigkeit ein.
Während der Adoleszenz (15-20 Jahre) vollziehen sich progressiv Änderungen im Gehirn, die das spätere Verhalten beeinflussen. Eine andere aktuelle Studie hat aufgeklärt, dass Alkoholkonsum in dieser Lebensphase die Entwicklung von bestimmten essenziellen Nervenzellen im Gehirn erheblich bremst. Diese Nervenzellen, die sich im Hippocampus befinden, sind sehr wichtig für Lern- und Gedächtnisprozesse. Ultraschallbilde des Gehirns zeigen, dass der Hippocampus bei Alkohol trinkenden Jugendlichen bis zehn Prozent kleiner ist als bei ihren enthaltsamen Altersgenossen. Dies hat nicht wiedergutzumachende Folgen für die Qualitäten der Gedächtnisprozesse.
Eine dritte Studie hat mittels Experimenten mit Ratten nachweisen können, dass sich die Aktivität der chemischen Rezeptoren im Hippocampus nach dem Konsum von einem oder zwei alkoholischen Getränken erheblich verringert. Wird noch mehr Alkohol getrunken, dann werden die Rezeptoren sogar fast vollständig ausgeschaltet. Dabei stellte sich heraus, dass die Reaktion bei jugendlichen Ratten viel ausgeprägter war als bei erwachsenen Tieren. Die Forscher glauben, dass dies eine mögliche Erklärung für Blackouts ist.
"Indem Jugendliche immer früher in die Pubertät kommen und sich dadurch früher körperlich entwickeln und selbständig werden, fangen sie oft schon in einem sehr jungen Alter damit an, regelmäßig und viel zu trinken," so Susanne Zadro-Jaeger, Forschungskoordinatorin des Anton-Proksch-Instituts Wien http://www.api.or.at - größtes Suchtbehandlungszentrum Europas - auf Nachfrage von pressetext. Dabei sei vor allem die Peer-Group von großem Einfluss auf das Verhalten der Jugendlichen. "Etwa 80 Prozent der Patienten in der Behandlungseinheit für jugendliche Alkoholabhängige unserer Klinik stammen aus Alkoholfamilien", so Zadro-Jaeger.
"Wir sagen eigentlich schon seit langem, dass die Folgen von Alkoholkonsum umso gravierender sind, wenn man damit im frühen Alter anfängt", erklärt Raphael Gaßmann, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen http://www.dhs.de , im pressetext-Interview. Der Organismus sei noch in Entwicklung, wodurch die unmittelbaren Folgen viel schwerwiegender seien. "Darüber hinaus ist die Chance, alkoholabhängig zu werden, tatsächlich viel größer und ist es außerdem viel schwieriger, diese Abhängigkeit wieder los zu werden." Das gelte übrigens nicht nur für Alkohol, sondern für alle Drogen und Suchtmittel. "Unsere Botschaft ist daher: Fange möglichst spät damit an", so Gaßmann abschließend gegenüber pressetext.
**Drogen- und Suchtbericht: Erneut weniger Drogentote EUR Ausmaß der Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit alarmierend **
Anlässlich der heutigen Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: Die Eindämmung des Drogen- und Suchtproblems bleibt eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Auch wenn in einigen Bereichen positive Entwicklungen zu verzeichnen sind, besteht kein Anlass zur Entwarnung. Das trifft ganz besonders auf das alarmierende Ausmaß der Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und die damit verbundenen gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Schäden zu. Sorge bereitet auch der steigende Cannabiskonsum bei Jugendlichen, hier müssen die Risiken stärker diskutiert und frühzeitig Hilfsangebote bereitgestellt werden.
Der Drogen- und Suchtbericht zeigt auf, dass im letzten Jahr in Deutschland 1.326 Menschen infolge ihres Rauschgiftkonsums verstarben. Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 4% gesunken und seit dem Jahr 2000 rückläufig (2000: 2.030, 2001: 1.835, 2002: 1.513, 2003: 1.477, 2004: 1.385). Sie befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 1989. Auch die Zahl der polizeilich aufgefallenen Erstkonsumenten so genannter harter Drogen ist gesunken. Dazu erklärt Bätzing: Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass die Anzahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen im Jahr 2005 weiter zurückgegangen ist. Mit dazu beigetragen hat der Ausbau an niedrigschwelligen Beratungsangeboten für Opiatabhängige, aber auch die Verbesserung in der Substitutionsbehandlung in den letzten Jahren. Ebenso hat sich gezeigt, dass das Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung EUR das sich ja gerade an diejenigen Schwerstabhängigen richtet, die bereits gesundheitlich und sozial stark verelendet sind EUR für viele Patientinnen und Patienten 'ein letzter Strohhalm' gewesen ist. Ich halte es deshalb für sinnvoll, auch in Zukunft für eine zahlenmäßig begrenzte Gruppe Schwerstabhängiger unter engen Voraussetzungen dieses Hilfsangebot bereitzustellen. Die heroingestützte Therapie dient dem Überleben der Schwerstabhängigen und ist ein wichtiger Mosaikstein in der Versorgung Opiatabhängiger. Zudem sinkt die Beschaffungskriminalität, es gibt also einen deutlichen gesellschaftlichen Mehrwert.
Das Modellprojekt heroingestützte Behandlung führte der Bund in sieben deutschen Städten EUR Hamburg, Hannover, Bonn, Köln, Frankfurt, Karlsruhe, München EUR unter der Beteiligung der betroffenen Kommunen und den Ländern Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen durch. Die vorliegenden Studienergebnisse belegen, dass den betroffenen Menschen durch die heroingestützte Behandlung wirksam geholfen werden kann. Die Studienergebnisse sind auf der Seite www.heroinstudie.de veröffentlicht.
Cannabis ist nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Über ein Viertel der Jugendlichen hat mindestens einmal Cannabis konsumiert. Das Einstiegsalter ist in den letzten Jahren gesunken und liegt aktuell bei 16,4 Jahren. Dazu erklärt Bätzing: Je früher die Jugendlichen zum Joint greifen, desto größer ist das Risiko für eine psychische Abhängigkeit. Überall in Europa ist die Entwicklung zu verzeichnen, dass die Jugendlichen die Risiken des Cannabiskonsums unterschätzen. Wir brauchen hier eine stärkere Bereitschaft aller Verantwortlichen, offen und kritisch mit den Jugendlichen über die Risiken des Cannabiskonsums zu sprechen. Genauso wichtig sind frühzeitig einsetzende Beratungs- und Hilfsangebote. Das Bundesministerium für Gesundheit hat hier eine ganze Reihe von Projekten auf den Weg gebracht und wird diesen Schwerpunkt auch weiter verfolgen. Eine Schlüsselfunktion sehe ich hier vor allem auch in der Tabakprävention. Wer keine Zigaretten raucht, wird auch nicht so schnell zum Joint greifen. Es ist deshalb erfreulich, dass Rauchen bei Jugendlichen heute schon deutlich weniger 'angesagt' ist als noch vor einigen Jahren. Während im Jahr 2001 die Raucherquote der 12- bis 17-Jährigen noch bei 28% lag, betrug sie im Jahr 2005 nur noch 20%. Präventionsmaßnahmen und gesetzliche Weichenstellungen, wie z. B. das Abgabeverbot an Unter-16-Jährige, das Verbot der Kleinpackungen sowie der kostenlosen Abgabe von Zigaretten zu Werbezwecken, haben hier viel bewegt. Entscheidenden Anteil hatte auch die dreistufige Tabaksteuererhöhung. Es hat sich klar gezeigt, dass der Tabakkonsum durch den Preis gesteuert werden kann.
Zeitgleich mit dem Drogen- und Suchtbericht wird die Studie Umsetzung, Akzeptanz und Auswirkungen der Tabaksteuererhöhung vom 1. September 2002 im Internet unter www.drogenbeauftragte.de veröffentlicht. Die Studie belegt, dass 6,1% der Befragten die letzte Stufe der Tabaksteuererhöhung zum Anlass genommen haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Damit ist nochmals der gesundheitspolitische Erfolg der Tabaksteuererhöhung belegt.
Im Vergleich zu illegalen Drogen wiegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden, die durch den Konsum der so genannten legalen Suchtsstoffe verursacht werden, ungleich schwerer. Wir gehen von über 110.000 tabakbedingten und über 40.000 alkoholbedingten Todesfällen pro Jahr in Deutschland aus, zwischen 1,5 und 1,9 Mio. Menschen gelten als medikamentenabhängig. Angesichts dieser Dimensionen ist es offensichtlich, dass das Thema Sucht jeden angeht EUR entweder als Betroffener oder als Angehöriger.
Ich sehe meine Aufgabe als Drogenbeauftragte in der konsequenten Fortführung einer ausgewogenen Drogen- und Suchtpolitik, die auf den vier bewährten Säulen Prävention, Therapie, Schadensminimierung und Repression beruht. Daneben ist es mir vor allem wichtig, für eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft für Suchtgefahren zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol, teilt Bätzing mit.
Den aktuellen Drogen- und Suchtbericht finden Sie im Internet unter: www.drogenbeauftragte.de.
Alkoholkonsum im Jugendalter bildet Grundlage für Alkoholsucht Frühe Erfahrungen mit Alkohol fügen Gehirn großen Schaden zu
Jugendliche, die übermäßig Alkohol konsumieren, laufen nicht nur Gefahr, sich lächerlich zu machen. Immer mehr Studien belegen, dass ein exzessiver Alkoholkonsum in den jungen Jahren langfristig ernsthafte Folgen für die Gesundheit hat, wie der Guardian berichtet. So haben Wissenschaftler vom Youth Alcohol Prevention Center der Boston University School of Public Health http://www.bu.edu/dbin/sph/ jetzt nachweisen können, dass Alkoholmissbrauch im jugendlichen Alter die Grundlage für eine Alkoholsucht im Erwachsenenalter bildet. Verschiedene andere aktuelle Studien zeigen darüber hinaus, dass frühe Erfahrungen mit Alkohol dem Gehirn mehr Schaden zufügen, als bisher angenommen wurde.
Die Forscher aus Boston befragten für ihre Studie, die diese Woche in der Fachzeitschrift "Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine" http://archpedi.ama-assn.org veröffentlicht wurde, über 43.000 Erwachsene über ihren Alkoholkonsum. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass 47 Prozent der Jugendlichen, die schon vor ihrem 14. Lebensjahr anfingen Alkohol zu trinken, irgendwann später in ihrem Leben alkoholabhängig wurden. Bei Menschen, die erstmals im Alter von 21 Jahren Alkohol tranken, waren es jedoch nur neun Prozent. Früher Alkoholkonsum fördert allerdings nicht nur das Abhängigkeitsrisiko: Je jünger man bei der ersten Alkoholerfahrung ist, umso früher setzt die Abhängigkeit ein.
Während der Adoleszenz (15-20 Jahre) vollziehen sich progressiv Änderungen im Gehirn, die das spätere Verhalten beeinflussen. Eine andere aktuelle Studie hat aufgeklärt, dass Alkoholkonsum in dieser Lebensphase die Entwicklung von bestimmten essenziellen Nervenzellen im Gehirn erheblich bremst. Diese Nervenzellen, die sich im Hippocampus befinden, sind sehr wichtig für Lern- und Gedächtnisprozesse. Ultraschallbilde des Gehirns zeigen, dass der Hippocampus bei Alkohol trinkenden Jugendlichen bis zehn Prozent kleiner ist als bei ihren enthaltsamen Altersgenossen. Dies hat nicht wiedergutzumachende Folgen für die Qualitäten der Gedächtnisprozesse.
Eine dritte Studie hat mittels Experimenten mit Ratten nachweisen können, dass sich die Aktivität der chemischen Rezeptoren im Hippocampus nach dem Konsum von einem oder zwei alkoholischen Getränken erheblich verringert. Wird noch mehr Alkohol getrunken, dann werden die Rezeptoren sogar fast vollständig ausgeschaltet. Dabei stellte sich heraus, dass die Reaktion bei jugendlichen Ratten viel ausgeprägter war als bei erwachsenen Tieren. Die Forscher glauben, dass dies eine mögliche Erklärung für Blackouts ist.
"Indem Jugendliche immer früher in die Pubertät kommen und sich dadurch früher körperlich entwickeln und selbständig werden, fangen sie oft schon in einem sehr jungen Alter damit an, regelmäßig und viel zu trinken," so Susanne Zadro-Jaeger, Forschungskoordinatorin des Anton-Proksch-Instituts Wien http://www.api.or.at - größtes Suchtbehandlungszentrum Europas - auf Nachfrage von pressetext. Dabei sei vor allem die Peer-Group von großem Einfluss auf das Verhalten der Jugendlichen. "Etwa 80 Prozent der Patienten in der Behandlungseinheit für jugendliche Alkoholabhängige unserer Klinik stammen aus Alkoholfamilien", so Zadro-Jaeger.
"Wir sagen eigentlich schon seit langem, dass die Folgen von Alkoholkonsum umso gravierender sind, wenn man damit im frühen Alter anfängt", erklärt Raphael Gaßmann, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen http://www.dhs.de , im pressetext-Interview. Der Organismus sei noch in Entwicklung, wodurch die unmittelbaren Folgen viel schwerwiegender seien. "Darüber hinaus ist die Chance, alkoholabhängig zu werden, tatsächlich viel größer und ist es außerdem viel schwieriger, diese Abhängigkeit wieder los zu werden." Das gelte übrigens nicht nur für Alkohol, sondern für alle Drogen und Suchtmittel. "Unsere Botschaft ist daher: Fange möglichst spät damit an", so Gaßmann abschließend gegenüber pressetext.
Cannabis ist eine Einstiegsdroge Belohnungszentrum des Gehirns wird dauerhaft verändert
Cannabiskonsum fördert die Anfälligkeit für harte Drogen wie Heroin. Zu diesem Ergebnis gelangten schwedische Forscher vom Karolinska Institute in Stockholm http://www.ki.se . Besonders bei Jugendlichen verändere Cannabis das körpereigene Opioid-System und führe dazu, dass sie später stärker auf Heroin reagieren und die Dosis schneller steigern, so die Wissenschaftler. Veröffentlicht sind die Forschungsresultate in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Neuropsychopharmacology.
Die Forscher belegen ihre Erkenntnisse aus Experimenten mit Ratten. Sie spritzten einer Gruppe von Nagern im jugendlichen Alter den Cannabiswirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), die andere Gruppe bekam keine Drogen. Danach beobachteten die Wissenschaftler wie viel Heroin die Tiere nahmen, wenn sie es zur freien Verfügung hatten. Beide Gruppen wurden vom Heroin abhängig. Aber die Ratten, die zuvor THC bekommen hatten, reagierten mit einem gesteigerten Heroin-Verlangen und verbrauchten anderthalb mal mehr Heroin, um einen Zustand der Zufriedenheit herzustellen. Eine Analyse des Gehirns der Tiere ergab, dass der frühzeitige Cannabiskonsum die Nervenzellen im Belohnungszentrum des Gehirns dauerhaft verändert hatte.
Das Belohnungssystem ist ein Signalnetzwerk, in dem körpereigene Cannabinoide und Opioide eine zentrale Rolle spielen. Es vermittelt ebenfalls die Abhängigkeit von harten Drogen. Die erhöhte Konzentration an Opioidrezeptoren und die veränderte Botenstoff-Produktion in den Nervenzellen bestimmter Hirnareale bewiesen, dass der frühzeitige Konsum von THC biologische Veränderungen erzeugt. Das Belohnungssystem der Ratten ist dem der Menschen ähnlich, daher können die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen werden, so die Forscher.
Rauchen reduziert die Wirkung von Alkohol Wissenschaftler führten Tests mit Ratten durch
Das Rauchen einer Zigarette während des Trinkens von Alkohol könnte dessen Wirkung verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Texas A&M Health Science Center http://www.medicine.tamhsc.edu gekommen. Die Wissenschaftler testeten Blutproben von Ratten, nachdem den Tieren unterschiedliche Mengen von Nikotin und Alkohol verabreicht worden waren. Sie gehen davon aus, dass die niedrigeren Alkoholwerte der "rauchenden" Ratten durch die Absorption des Alkohols im Blut erklärt werden können. Gilt das gleiche für Menschen, warnen die Forscher davor, dass Raucher dadurch eher mehr trinken und an entsprechenden Problemen leiden könnten. Die Forscher erklären im Fachmagazin Alcoholism: Clinical and Experimental Research http://www.blackwellpublishing.com/journal.asp?ref=0145-6008 , ihre Theorie, warum die Alkoholwerte im Blut sanken als die Nikotinwerte bei den Ratten anstiegen.
Die Wissenschaftler nehmen an, dass dieser Effekt stattfindet, da Nikotin den Übergang des Alkohols in den Darm verzögert. Gerade der Darm gehört zu jenen Bereichen des Körpers in dem am meisten Alkohol in den Blutkreislauf übergeht. Der Neurowissenschaftler W. J. Chen warnte, dass Rauchen und Trinken oft Hand in Hand gingen: "Da die erwünschte Wirkung des Alkohols durch das Nikotin deutlich verringert wird, vor allem bei starken Trinkern oder Besäufnissen wie bei Studenten, könnte das dazu anregen mehr zu trinken um den erwünschten Effekt zu erzielen." In anderen Worten scheint laut BBC das Rauchen von Zigaretten den Konsum von Alkohol zu fördern.
** Alkohol- und Unfallprävention am Arbeitsplatz durch Alkoholtestgeräte Immer mehr Betriebe setzen Alkomaten als Präventionshilfe ein**
Simbach, Salzburg
Mehr als 20 % aller Arbeitsunfälle sind alkoholbedingt. Mit dieser Zahl haben die Experten des Innsbrucker Programms "Prävention in Betrieben (PIB)" auf das Problem Alkohol aufmerksam gemacht. Wie Heinz Fuchsig von der AUVA, Projektpartner des Programms, auf einer Pressekonferenz bekannt gab, sind fünf Prozent der Österreicher alkoholkrank und weitere zehn Prozent akut missbrauchsgefährdet.
Kontrollieren und helfen anstatt strafen
Wenn Arbeitsunfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss geschehen, kann dies sowohl für den Mitarbeiter als auch für den Arbeitgeber fatal sein. In manchen Fällen werden sogar die Arbeitgeber aufgrund einer Aufsichtspflichtverletzung zur Verantwortung gezogen. Dabei könnten geeignete Atemalkoholtestgeräte schnell Aufschluss über den Zustand des Mitarbeiters geben. Mit solchen, mittlerweile einfachen und kostengünstige Geräten, ist es möglich, die Alkoholkozentration innerhalb weniger Sekunden zu prüfen.
Enorme Abschreckung
Johannes Burgstaller, Firmenchef und Benutzer von solchen Alkoholtestgeräten, ist überzeugt: "Mit dem Einsatz von freiwilligen Alkoholtests ist allen geholfen. Den Kollegen, dem betroffenen Mitarbeiter und dem Unternehmen selbst. Insbesondere die Abschreckungswirkung ist enorm. Zudem kann man in einem frühen Stadium dem Betroffenen auch noch Hilfe leisten. Wir praktizieren dies in unseren Fahrschulen seit mehreren Jahren und können uns als alkoholfreier Betrieb bezeichnen. Lieber 10 Tests zuviel, als einer zu wenig! Eine Alkoholbeeinträchtigung z. B. eines Fahrlehrers könnten wir auf keinen Fall akzeptieren."
Steigendes Interesse der Arbeitgeber
Immer mehr Chefs denken so über Alkoholtests. "Wir verzeichnen gerade im Segment Arbeitsplatz-Sicherheit steigende Absätze", bestätigt Roland Petermaier, Geschäftsführer der Firma Alco-Control-Europe ( http://www.alkomat.net ), die Alkohol- und Drogentestprodukte anbietet. "Interessant dabei ist, dass die meisten Verantwortlichen die Geräte hauptsächlich zur Abschreckung bzw. Alkoholprävention einsetzen", sagt Petermaier."
Langsamer Kulturwandel
Haben vor einem Jahrzehnt viele Betriebe Alkohol am Arbeitsplatz noch toleriert, so ist die Akzeptanz der Arbeitgeber dem Alkohol gegenüber deutlich gesunken. Dennoch: Der aktuelle Bericht der PIB in Partnerschaft mit der AUVA bestätigt: Alkohol ist noch immer die "Droge Nr. 1".
Hilfe für Betroffene
Der Appell der Spezialisten an die Vorgesetzten: das Tabuthema Alkohol nicht moralisierend ansprechen, sondern Hilfen in Form von Beratungsstellen anbieten.
Hintergrundinfos und Bezugsmöglichkeit
Für Betriebe taugliche, hygienesichere Alkoholtestgeräte können ab 179,- Euro; von Behörden eingesetzte Alkoholtester ab 660,00 Euro bezogen werden. Nähere Infos und Bestellmöglichkeit auf http://www.alkomat.net oder telefonisch unter 0049 (0)8571 923 471
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Kann sich das Gehirn von Alkohol-Schäden erholen?
Wie gut erholt sich das menschliche Gehirn? Dieser Frage sind Wissenschaftler des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism jetzt nachgegangen. Sie haben mit 96 Freiwilligen eine Studie gestartet, um herauszufinden, in wie weit das Gehirn in der Lage ist, sich nach jahrelangem Alkoholmissbrauch zu erholen.
48 der Teilnehmer an dieser Untersuchung waren ehemalige Alkoholiker, seit einem halben Jahr trocken, die anderen 48 hatten selten in ihrem Leben, manche sogar noch nie getrunken. Die Forscher untersuchten an ihnen allen das Lang- und Kurzzeitgedächtnis aber auch Planungsvermögen und Auffassungsgabe sowie die Fähigkeit zum räumlichen Denken.
Bei diesen Untersuchungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass die trockenen Alkoholiker fast immer genau so gut abschnitten wie die Menschen, die fast nie oder nie Alkohol getrunken hatten. Schlechtere Ergebnisse wiesen sie nur beim räumlichen Denken auf.
Nun wird es eine Folgeuntersuchung geben: Die Forscher sind interessiert, ob sich diese Erkenntnisse auch auf ältere Alkoholiker übertragen lässt. Bisher sind sie aber der Ansicht, dass ein älteres Gehirn nicht mehr so gut in der Lage ist, sich von schädlichen Alkoholfolgen zu erholen wie ein junges.


