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Steigende Heizkosten machen Förderung der Energieeffizienz dringender denn je

erstellt von Jack Hauswald zuletzt verändert: 07.02.2012 20:37

Die anhaltende Kältewelle treibt deutschlandweit die Energiekosten in die Höhe. Auf viele Bürger wartet eine böse Überraschung. Derzeit laufen allerorts die Heizungen aufgrund der tiefen Temperaturen auf Hochtouren.

Steigende Heizkosten machen Förderung der Energieeffizienz dringender denn je

NABU: Kältewelle macht Druck auf Vermittlungsausschuss für Gebäudesanierung

Steigende Heizkosten machen Förderung der Energieeffizienz dringender denn je

NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.
Charitéstraße 3

DE 10117 Berlin

Schlagworte

Kosten Energiekosten Heizkosten Energiepolitik Energiewende Heizung Energieversorgung Heizenergie Erneuerbare Energie Energiemarkt NABU

"Viele Bürger stöhnen unter den steigenden Heizkosten insbesondere in unsanierten Wohnungen, das muss der Politik in Sachen Energieeffizienz endlich Beine machen", erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Am Mittwochabend tagt erneut der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern, die sich bislang nicht über eine zusätzliche Förderung für energetische Gebäudesanierungen einigen konnten. "Reden und Handeln klaffen in Sachen Energieeffizienz in der Politik meilenweit auseinander", kritisiert Miller. "Sämtliche zuständigen Minister und Politiker schwadronieren vollmundig über die Chancen der Energieeffizienz, aber wenn es um die konkrete Umsetzung geht, dann scheinen Bund und Länder in Kälte zu erstarren."

Für viele Bürger ist mit der nächsten Heizkostenabrechnung eine Zunahme der Energiearmut zu erwarten. Tausende Haushalte müssen dann exorbitante Nachzahlungen leisten. So stieg der Preis für Heizöl für einen 4-Personen-Haushalt nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber 2007 um mehr als 40 Prozent - und das vor der Kältewelle. "Ungedämmte Wohnungen sind FreiHEIZberaubung", zitiert Miller die Kampagne der Klima-Allianz Deutschland, einem Bündnis von über 100 Organisationen. "Wer weiterhin die energetische Gebäudesanierung so rücksichtslos vernachlässigt wie die Bundesregierung handelt grob fahrlässig und treibt Hausbesitzer und Mieter in die Energiearmut."

Noch Anfang des Jahres versprach Bundesbauminister Ramsauer auf einer Veranstaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Hilfe der KfW-Bankengruppe Fördermittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung in 2012 bereit zu stellen. Doch kurz darauf stellte sich heraus, dass dafür aufgrund des geringen Preises für CO2-Zertifikate aus dem Emissionshandel nur rund 900 Millionen Euro zur Verfügung stünden. "Die staatliche Förderung ist der einzige Hebel auf den die Bundesregierung beim Klimaschutz in Gebäude setzt. Das jetzt wegbrechen zu lassen, ist mehr als ein Armutszeugnis", kritisiert der NABU-Bundesgeschäftsführer. "Gleiches gilt für die steuerlichen Anreize. Seit Monaten verunsichern Bund und Länder die Haus- und Wohnungseigentümer mit der anhaltenden Debatte, ob eine steuerliche Förderung nun kommt oder nicht. Wichtige Investitionen für das Handwerk und die Beschäftigung werden so weiter blockiert."

Aus Sicht des NABU müssen allein für die Gebäudesanierung Fördermittel in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro bereitgestellt werden und kluge Vorgaben sollten neue Anreize für Investitionen schaffen. Zudem sollte auch die derzeit heiß diskutierte EU-Energieeffizienzrichtline genutzt werden. "Der von EU-Kommissar Oettinger vorgeschlagene Energieeffizienz-Auftrag an Unternehmen ist der innovativste Weg, um die Sicherheit der Energieversorgung auch in Deutschland zu erhöhen. Der steigenden Belastung der Bürger bis zur ,Energiearmut´ kann damit vorgebeugt werden. So ist zu hoffen, dass die Kältewelle der Bundesregierung und allen voran Bundeswirtschaftsminister Rösler endlich in Sachen Energieeffizienz einheizt", erklärt Miller.

NABU setzt sich mit Klima-Allianz für Gebäudesanierung ein

Fast 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland wird für Heizen und Warmwasser in Gebäuden verbraucht. Und ein Großteil davon wird verschwendet: Schlecht gedämmte Gebäude lassen teure, klimaschädliche Heizenergie ungenutzt nach draußen entweichen; veraltete, Heizungsanlagen nutzen die kostbare Energie nicht effizient genug. Deswegen setzt sich der NABU gemeinsam mit der Klima-Allianz für mehr Energieeffizienz ein. Unter dem Motto “Ungedämmte Wohnungen sind FreiHEIZberaubung” wird die Politik zum Handeln aufgefordert.

Das Motto nimmt die große Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger auf, dass zu viel Energie in ihren Gebäuden verschwendet wird. Die bisherigen Maßnahmen der Politik reichen in keiner Weise aus, um Häuser und Wohnungen gut genug zu sanieren und so die Energieeinspar- und Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen. Steigende Heizkosten drohen uns immer mehr einzuschränken. Wer mehr Hintergrundinformationen wünscht, kann sich das Forderungspapier von NABU und Klima-Allianz herunterladen.

 

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