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Jagd auf Sarrazin angeblasen!

erstellt von Jack Hauswald zuletzt verändert: 26.08.2010 01:07

»Deutschland schafft sich ab« heisst der neue Buchtitel von Thilo Sarrazin, in dem er auf die von ihm bekannte provozierende Art Tatsachen und Missstände im Land beleuchtet. Noch ist das Buch nicht erschienen, hagelt es Proteste.

Dabei beleuchtet der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ( i. Bild )  ein Thema, zu dem der bestens reputierte Ex-Kanzler und Sozialdemokrat, Helmut Schmidt,bereits vor einiger Zeit gesagt hat, nämlich, dass die deutsche Zuwanderungspolitik kein Ausweis politischer Klugheit war.

Was Sarrazin einer großen Zahl von Migranten - Familien vorwirft, mag pauschalisieren, vereinfacht und verletzend wirken. Vieles aber trifft den Kern des Problems. Wie soll Zuwanderung künftig gesteuert werden? Warum bestehen hohe Hürden für gut qualifizierte Ausländer, wo es doch immer weniger Fachkräfte gibt? Wie kann Integration gefördert, im Einzelfall aber auch eingefordert werden? Wie kann sich die Gesellschaft vor Überforderung schützen? Nicht nur die SPD, auch die Union drückt sich um diese Debatte herum.

Wundern muss man sich nur, dass in Politik und Medien zur Hatz auf Sarrazin geblasen wird, ob schon das Buch noch garnicht erschienen ist. Man stützt sich mit der vernichtenden Kritik auf den Vorabdruck kurzer Auszüge, die derzeit in BILD und im SPIEGEL erscheinen. Gelesen hat von den Kritikern das Buch noch Niemand.
Aber Vorverurteilungen haben in der Republik zurzeit Hochsaison.Das kann man und konnte man umfassend in Duisburg am Beispiel des Bürgermeisters Sauerland erleben.

Und auch, wenn des den laut aufschreienden Multikulti-Politikern von Rot-Grün nicht passt, auch die Veröffentlichungen und Äusserungen Sarrazins sind vom Recht auf Meinungsäußerung gedeckt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich in scharfer Form von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin (SPD) distanziert und ihm den Parteiaustritt nahegelegt. Prüfen will er dabei vor allem, ob Sarrazin Afrikanern, Asiaten und Arabern bestimmte „Charaktereigenschaften zuschreibt“, sagte Gabriel. „Wenn er das macht, dann ist das für mich eindeutig rassistisch.“

Der Bundesvorsitzende der Grünen Cem Özdemir, nannte auf „Spiegel Online“ Sarrazin einen „Stammeskrieger, wie ihn sich ein Bin Laden nur wünschen kann“, und Özdemirs Kollegin im Parteivorsitz, Claudia Roth, forderte im „Handelsblatt“ Sarrazins Abberufung aus dem Vorstand der Bundesbank. Der Zentralrat der Juden empfahl Sarrazin derweil den Eintritt in die NPD.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat entrüstet auf die neuen Thesen des Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin reagiert, wie die WELT berichtete. Sarrazins Buch über eine Integrationsverweigerung von Migranten und eine drohende Majorisierung der Deutschen durch tendenziell ungebildete Muslime enthalte nach Meinung der Kanzlerin Formulierungen, „die für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können, die diffamieren, die sehr, sehr polemisch zuspitzen und die überhaupt nicht hilfreich sind bei der großen nationalen Aufgabe in diesem Land, bei der Integration voranzukommen“, sagte Seibert.

Nun, wie immer auch, Sarrazin ist ein Mann der klaren Kante und des drastischen Wortes. Er will den Finger in Wunden dieses Landes legen, die er zu sehen glaubt. Er ist ein politischer Mensch der radikal vom anderen Ende her denkt. Das muss erlaubt sein, ohne sogleich als rassistisch oder rechtsradikal gebrandmarkt zu werden. Seine Thesen verlangen nach Antworten.

Sicher sind Übertreibungen und Überzeichnungen nicht hilfreich, wenn es darum geht in sachliche, zielführende Dialoge mit den Organisationen der in Deutschland lebenden Migranten einzutreten. Es gibt durchaus humanitäre Gründe für Zuwanderung und auch im Bereich der Wirtschaft macht die Einbindung ausländischer Fachkräfte Sinn. Und wieviel langweiliger wäre unser Land, ohne die vielen kulturellen und kulinarischen Highlights unserer Mitbürger aus aller Welt.

Allerdings müssen unsere Politiker auch einmal begreifen, dass fortwährende Blauäugigkeit und zunehmende Aufgabe der deutschen Identität zugunsten einer multikulturellen, in ihren Werten nicht mehr definierten Gesellschaft - wobei die Abkehr vom christlichen Grunddenken immer deutlicher wird - keine Lösung ist. Es braucht klare Regeln und verlässliche Werte die von allen Bewohnern unseres Landes respektiert und gelebt werden, also auch von Migranten. Die deutsche Sprache und das Bekenntnis zur deutschen Verfassung sind mit Sicherheit die Grundvorraussetzungen. Vielleicht sollten dies Frau Merkel, Herr Gabriel oder Frau Roth einmal laut und vernehmlich und vor allem öffentlich sagen.

Dann brauchten wir Protestbücher, wie die des Herrn Sarrazin garnicht.
 

 

 

 

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