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Neue Bestattungskultur im Kommen.

erstellt von admin zuletzt verändert: 07.01.2009 02:44

Neue Bestattungskultur im Kommen.

Neue Bestattungskultur im Kommen.

Vergänglichkeit und Tod werden zunehmend in der Gesellschaft nicht länger verdrängt. Im Gegenteil, Sterben und Tod werden mit Neugier betrachtet und mehr und mehr in die Öffentlichkeit gerückt.

In Deutschland sterben zurzeit jedes Jahr mehr Menschen als geboren werden: 2004 kamen rund 821.000 Sterbefälle auf nur 712.000 Geburten. Rund 13 Mrd. Euro setzt allein das Friedhofs- und Bestattungsgewerbe jährlich um. Doch auch andere Branchen profitieren von unserem neuen Verhältnis zum Sterben.

Nach den Besucherrekorden der "Körperwelten"-Ausstellung zeigen jetzt auch oscarprämierte Kino-Filme wie "One Million Dollar Baby" und "Das Meer in mir", dass das Thema Tod gesellschaftsfähig geworden ist. Rund ums Sterben entstehen neue und freche Entertainment-Formate: Todes-Soap: "Gestorben wird immer“ heißt der lakonische Untertitel der zur Kult-Serie avancierten TV-Soap "Six feet under“ aus den USA. In den bizarr-skurrilen Geschichten, die in Deutschland seit 2004 auf Vox laufen (die vierte Staffel folgt ab Herbst 2005), dreht sich alles um einen Bestattungsbetrieb. Mit Erfolg: Sieben Emmys und drei Golden Globes heimste die Serie bereits ein. Auch online präsentiert Vox schwarzen Humor: Fans können dort zum Beispiel "Sargweitwurf" spielen ( www.vox.de ). Ganz reale Tote präsentiert demnächst der britische TV-Sender Channel 4. Er will seinen Zuschauern zeigen, was mit dem Körper nach dem Tod geschieht. Unter dem Titel "Dust to Dust" möchte man den Zerfall menschlicher Leichen dokumentieren. Um etwaige Vorwürfe in Richtung Ekel-TV gleich zu entkräften, kooperiert der Sender mit dem Londoner Science Museum.

Die neue Bestattungskultur Dass inzwischen ganz öffentlich übers Sterben geredet werden darf, beweist auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die kürzlich Bestattungsunternehmen unter die Lupe nahm. Fazit: Bislang legt kaum ein Unternehmen seine Preise offen. Doch das wird sich ändern, denn der Kunde wird kritischer. Neue Bestattungsrituale werden nachgefragt:

1.Discount-Bestattung: Kostenbewusste Hinterbliebene bedienen sich der zahlreichen Discount-Bestatter, die Begräbnisse z.T. für weit unter 1.000 Euro anbieten ( www.die-billigbestatter.de , www.volksbestatter.de ). Damit der Preis stimmt, weicht man zum Teil auch ins Ausland aus. So herrscht etwa beim "Berolina Sarg Discount" zwischen Berlin und Tschechien ein reger Verkehr. Wer will, kann die Angehörigen direkt in Tschechien bestatten lassen - oder die Urne nach Deutschland reimportieren lassen ( www.sarg-discount.de ). Das Hamburger "Trostwerk“ setzt auf persönliche Betreuung. Schon das geschmackvoll gestaltete Ladenlokal, das man gar nicht sofort als Bestattungsbetrieb identifiziert, zeigt, dass der Tod ein freundliches Gesicht haben kann. Feste Zweierteams beraten und unterstützen die Hinterbliebenen von Anfang bis Ende. Bei den modernen Tröstern können die Angehörigen nicht nur die Begräbnisfeier und das Grab mitgestalten, sondern auch den Sarg ( www.trostwerk.de ).

2.Natur-Ruhe: Wer seine letzte Ruhe abseits des Friedhofs finden möchte, hat mittlerweile viele Wahlmöglichkeiten. Zu den Wurzeln seines Lieblingsbaums kann man sich zum Beispiel im "Friedwald" betten lassen. Die Orte "lebendiger Stille" gibt es außer in der Schweiz jetzt auch in Deutschland. Schon zu Lebzeiten kann man sich in einem der speziell angelegten Wälder "seinen" Baum aussuchen ( www.friedwald.ch ). Wer es noch anonymer mag, kann zwischen Wasser und Luft wählen. Auf der Website der Seebestatter von www.abendfrieden.de zum Beispiel empfängt den Besucher neben Musik bereits sanftes Meeresrauschen. Und die Experten von Phoenix Flugbestattungen sorgen dafür, dass die Asche der Verstorbenen über den Gipfeln der Schweizer Alpen verstreut wird ( www.phoenix-bestattungen.de ).

mehr Info: http://www.bestatter.de

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