Wulff endgültig erledigt - Persilschein für Grünenchef Özdemir?
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht keine Chance mehr, dass Christian Wulff im Nachhinein doch noch einmal als guter Bundespräsident gesehen werden könnte. - Persilschein für Grünenchef Özdemir?
SPD-Chef Gabriel: Wir haben faktisch keinen Bundespräsidenten mehr
Wulff endgültig erledigt - Persilschein für Grünenchef Özdemir?
Kölner Stadt-Anzeiger
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Skandal Bundespräsident Öffentlichkeit Bundesrepublik Bundespräsidialamt SPD Grüne
"Wir haben faktisch keinen Bundespräsidenten mehr", sagte der SPD-Chef dem "Kölner Stadtanzeiger"in der Samstagausgabe. Wulff habe "offensichtlich gegen das niedersächsische Ministergesetz verstoßen und mit einigen CDU-Kollegen gemeinsam versucht, sich als Ministerpräsident Niedersachsen zur Beute zu machen", erklärte Gabriel. Und weiter: "Das wichtigste Instrument des Bundespräsidenten ist die Glaubwürdigkeit seiner Rede. Die hat er nachhaltig zerstört."
Affäre Wulff Grüne geben Özdemir Rückendeckung im Streit um mögliche Vorteilsnahme
Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, hat ihren Parteivorsitzenden Cem Özdemir gegen Kritik wegen seines Kontakts zu dem Event-Manager Manfred Schmidt verteidigt. "Cem Özdemir hat ein Fußballticket erhalten und selber aktiv dafür eine formale Rechnung eingefordert, um den Betrag begleichen zu können und um den Vorgang jederzeit transparent machen zu können", sagte sie der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Online-Ausgabe). "Wenn sich herausstellt, dass der Rechnungsbetrag falsch war, hat Cem Özedmir angekündigt, eine Nachzahlung zu leisten." Einschlägige Kritik von CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe an Özdemir sei ein "Ablenkungsmanöver", um Bundespräsident Christian Wulff zu entlasten. Der sicherheitspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, stellte sich ebenfalls vor Özdemir. "Mir geht es mächtig auf den Keks, dass die Fälle Wulff und Özdemir miteinander verglichen werden", erklärte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Özdemir hat eine Rechnung verlangt und sie beglichen. Ich wüsste nicht, was ihm vorzuwerfen wäre." Der Parteichef hatte auf Betreiben Schmidts 2011 das Fußballspiel FC Barcelona gegen Real Madrid besucht und dafür 119 Euro bezahlt. Tatsächlich kostete das Ticket offenbar 615 Euro. Sollte sich dies als wahr herausstellen, will Özdemir den Differenzbetrag nachzahlen. Schmidt steht im Zentrum der Affären um Wulff und seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker.
quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung


