Ältere Langzeitarbeitslose haben eine Chance auch in Handwerksbetrieben
Die Perspektive 50plus zur Integration älterer Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt, ist inzwischen so gereift, dass die bundesweit 62 Regionalpakte aus ihren Erfahrungen lernen und sich weiterentwickeln.
Die Beschäftigungsinitiative „Pakt 50 für Nürnberg und Fürth“ vermittelt ältere Langzeitarbeitslose
Ältere Langzeitarbeitslose haben eine Chance auch in Handwerksbetrieben
Bundesministeriums für
Arbeit und Soziales (BMAS)
Schlagworte
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So auch der „Pakt50 für Nürnberg und Fürth“: „Wir sind erfolgreicher, wenn wir sowohl auf die Arbeitslosen als auch auf die Unternehmen individueller eingehen und sie so zusammenbringen“, sagt Claus-Dieter Rückel, Geschäftsführer der ARGE Nürnberg. Die Beteiligten sprechen einzelne Unternehmen gezielt und direkt an. „Hier haben wir mittlerweile ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Ansätze entwickelt und erprobt“, so Franziska Zühlke, Projektleiterin des „Pakt50 für Nürnberg und Fürth“. „Unternehmen werden durch die beteiligten Träger und unsere zentrale Öffentlichkeitsarbeit persönlich angesprochen und über das Dienstleistungsangebot des Pakt 50 informiert. Zusätzlich unterstützt unser Arbeitgeber-Service bei Unternehmensbesuchen. Hinzu kommen Informationsveranstaltungen, Fachworkshops und Tagungen“. Erkennbar wirkt die Stärke des Netzwerkes: Eine Vielzahl an Unterstützern wie Kommunen, Sozialpartner, Verbände und Kammern setzen sich in der Öffentlichkeit für die Belange des Pakt50 ein.
„Zu Beginn des Pakt50 agierten die Beteiligten mehr in die Breite, mittlerweile mehr in die Tiefe“, so Zühlke. Dass diese Strategie erfolgreich ist, zeigen unterschiedliche „Gute Beispiele“, die im Laufe der Zeit dokumentiert worden sind.
So sind auch Vermittlungen in Handwerksbetriebe keine Seltenheit mehr – ob von Drehern, Heizungsmonteuren, Schlossern oder Dachdeckern. Jüngstes Beispiel ist die erfolgreiche Vermittlung eines Pakt50-Teilnehmers in die Schreinerei Weick, ein kleiner Handwerksbetrieb im Fürther Landkreis. „Sowohl die Bewerbungsunterlagen als auch der persönliche Eindruck von Herrn Noori, dem vorgeschlagenen Bewerber, haben mich sofort überzeugt. Während der 6-wöchigen Praktikumsphase lernten wir Herrn Noori besser kennen und schätzen. Er ist anpassungsfähig, engagiert und hoch motiviert.“, lobt der Betriebsinhaber Oskar Weick. Seit etwa einem halben Jahr gehört Herr Noori nun zum festen Mitarbeiterstamm. Als Schreinerhelfer übernimmt der 55-jährige gelernte Schreiner vielfältige Aufgaben in den Bereichen Möbelfertigung, Restauration und Renovierung.
Das Engagement für das Handwerk spiegelt sich auch in der Wahl des Botschafters des Pakt50 wider: Botschafter Thomas Mörtel ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fürth.
Der Pakt setzt aktuell stark auf das Thema Gesundheit. Den Langzeitarbeitslosen bietet er unter anderem das individuelle Gesundheitsprogramm „Fit in den Job“ an. Beispielhaft ist auch die Möglichkeit, neben individueller Förderung der Teilnehmenden bei Bedarf in Werkstätten berufliche Kenntnisse aufzufrischen. Teilweise sind dies Werkstätten der beteiligten Unternehmen, teilweise sind es Lernwerkstätten, welche die lokalen Träger des Pakt50 zur Verfügung stellen.
Auf der regionalen Pakt50-Tagung „Beschäftigung Älterer fördern – den demografischen Wandel gestalten“ am 22.10.2009 in Nürnberg wird Botschafter Mörtel die Aktivitäten des Pakt50 für das Handwerk darstellen.
Zum Ziel des Pakt50 gehört es auch, mit anderen Regionalpakten zusammenzuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen – damit der Entwicklungsprozess nicht stagniert. „So wurde bereits eine Fachtagung mit den Beschäftigungspakten der Metropolregion Nürnberg durchgeführt und auch alle bundesdeutschen Pakte zur regionalen Fachtagung 2009 nach Nürnberg eingeladen“, ergänzt Zühlke. Fachbeiträge sind in Veröffentlichungen anderer Pakte wie die Beschäftigungsinitiative 50plus Nordschwaben (BINS) in Augsburg erschienen.
Seine erfolgreichen Strategien stellt der Pakt50 in der rund 250-seitigen Publikation „Integration älterer Arbeitsloser“ dar, die 2008 im W. Bertelsmann Verlag erschienen ist. Weitere Informationen rund um das Thema „Gute Beispiele“ auch im Internet unter www.pakt50.de.



