Nanoident druckt Chips auf Folien
Das österreichische Technologieunternehmen Nanoident http://www.nanoident.com hat in Linz die weltweit erste Fertigungsstätte für organische Halbleiter eröffnet. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Computerchips auf verschiedene Trägermaterialien wie Glas, Keramik oder Plastik zu drucken. Die Technologie verspricht ein großes Kostensenkungspotenzial und eröffnet neue Anwendungsgebiete.
Gedruckten Halbleitergeräte können biegfähig, leicht, ultra-dünn sein
Nanoident druckt Chips auf Folien
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Organische Halbleiter eröffnen neue Anwendungen zu geringeren Kosten. Organische Halbleiter ermöglichen Chips auf felxiblem Trägermaterial
"Wir sehen unglaubliche Chancen für unsere bahnbrechende Technologie.
Immer mehr Marktführer erkennen die gewaltigen Fähigkeiten von
gedruckten Elektronikbauteilen, die neue innovative Produkte mit
einzigartigem Marktpotenzial möglich machen", sagt CEO Klaus Schröter.
In der 800 Quadratmeter großen Fabrik, die 400 Quadratmeter Reinraum
umfasst, will das Unternehmen jährlich 40.000 Quadratmeter
Halbleiterfläche herstellen. Die Chips werden dabei nicht aus Silizium
gefertigt, sondern in einem Druckprozess auf das Material aufgebracht,
der dem Inkjet-Druckverfahren ähnelt. "Die erforderlichen Durckmaschinen
sind zwar nicht mit dem Büro-Tintenstrahler vergleichbar, doch setze man
serienmäßige industriegängige Maschinen ein", erklärt
Nanoident-Mitbegründer Franz Padinger. Die Nanoident-Fabrik produziert
jährlich mengenmäßig gleich viel wie eine konventionelle Chipfabrik
modernster Bauart, so Schröter.
Grundlage für die Fertigung der neuen Technologie ist die
Nanoident-Semiconductor-2.0-Plattform. Sie ermöglicht die Entwicklung
und Massenproduktion von auf gedruckten Halbleitern basierenden
funktionellen Bauteilen wie beispielsweise Lichtsensoren, LEDs,
Transistoren, Solarzellen, Widerständen, Kondensatoren und
Verbindungselementen. In Zukunft wird die Plattform auch gedruckte
OLED-Displays, Transistoren und integrierte Schaltkreise oder eine
Kombination dieser Funktionen in einem einzelnen Gerät möglich machen.
Die gedruckten Halbleitergeräte können biegfähig, leicht, ultra-dünn,
zur einmaligen Verwendung oder sehr großflächig ausgelegt sein, was
Anwendungsmöglichkeiten erschließt, die mit herkömmlichen
silikonbasierten Technologien nicht realisierbar sind. Mit dem neuen
Produktionsverfahren für gedruckte Halbleiter von Nanoident ist es
außerdem möglich, Geräte innerhalb von Stunden anstatt Wochen
herzustellen, heißt es in einer entsprechenden Aussendung.
Analysten rechnen damit, dass der Markt für gedruckte Halbleiter zum
Jahr 2025 bis auf über 300 Mrd. Dollar anwachsen wird. Einer der ersten
Kunden von Nanoident ist ihre US-Tochter Bioident, die den Prototypen
eines Allergie-Testgerätes präsentierte. Das Gerät ermöglicht 147
Allergietests mit einem einzigen Tropfen Blut. Weitere
Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Erkennung von
Infektionskrankheiten bis hin zur Überwachung von Lebensmitteln, erklärt
Bioident-Chef Wasiq Bokhari. Mit seinen Life-Science-Detektoren bedient
Bioident eine Reihe von Großkunden im Markt für Medizin- und
Umweltdiagnostik. Alle gegenwärtig angebotenen Sensoren sind für den
Einmalgebrauch vorgesehen. Konkrete Preise nannte er zwar nicht,
allerdings seien sie "niedrig genug, um die Sensoren als Wegwerfartikel
zu vermarkten", so Bokhari.
Nanoident http://www.nanoident.com



