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Energiewende: Die Konsequenzen für das Handwerk

erstellt von Jack Hauswald zuletzt verändert: 23.07.2011 02:18

Die Energiewende freut die einen und verunsichert die anderen. Denn trotz allem Positiven, das sie mit sich bringt, sorgt sie für schwankende Stromtarife und fordert von der Handwerksbranche Flexibilität.

Denn auf sie wirkt sich die Energiewende wesentlich stärker aus als auf den einzelnen Verbraucher.

So beklagen die Handwerker den Schlingerkurs der Regierung, deren Entscheidungen sie oftmals als übereilt empfinden. Hinzu kommt für die Handwerksbetriebe die neue Konkurrenz mit Energiekonzernen. Denn die Gesetzesänderungen im Zuge der Energiewende sowie die Förderung der Elektromobilität haben den Markt gravierend verändert. Was die ganze Handwerksbranche erschüttert, das merken die meisten Verbraucher allenfalls, wenn sie sich die Entwicklung der Stromtarife anschauen.

Handwerker haben volle Auftragsbücher

Glücklicherweise sind die Entwicklungen auf dem Markt für die Handwerker vor allem positiv. Denn die Energiewende brachte der Branche im vergangenen wie auch in diesem Jahr viele neue Aufträge. Außerdem profitieren die Betriebe im Elektrohandwerk unter anderem vom durch die Bundesregierung eingeführten Steuergeld für Hausbesitzer. Auch die durch die Bundesregierung angekündigte Senkung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen ließ die Auftragszahlen für das Elektrohandwerk im vergangenen Jahr enorm in die Höhe schnellen. Mittlerweile ist die Einspeisevergütung zwar gesenkt, aber dennoch wird die Umstrukturierung des deutschen Strommarktes die Auftragsbücher der Handwerker weiterhin füllen.

Investitionen in Zusatzqualifikationen

Vor allem die Förderung alternativer, dezentraler Energieerzeugung durch Solaranlagen, Wärmepumpen und anderen Technologien kommt der Branche zugute. Auch Gebäudetechniker profitieren von der Umstrukturierung, denn sie verzeichnen steigende Auftragszahlen für Maßnahmen zur Wärmedämmungen sowie den Einbau energieeffizienter Fenster in Häuser. Doch die Veränderungen bedeuten für die Handwerker auch eine Herausforderung. Denn jetzt werden immer mehr Fachmänner gebraucht, die sich auf die jeweiligen Bereiche spezialisiert haben. Ob Wärmedämmung, die Installation von Kältemaschinen oder Wärmepumpen oder jener von Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen – die Handwerker brauchen Zusatzqualifikationen, was eine Mehrarbeit und Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro für die Heizungs-, Elektro- und Gas-Betriebe bedeutet.

Gewaltige Umstrukturierungen

Doch bereits jetzt haben sich viele Unternehmen gut auf die neuen Anforderungen eingestellt und sich auf die Technologien für die erneuerbare Energiegewinnung eingestellt. Aktuellen Zahlen zufolge haben etwa 40 Prozent der Elektro-Fachbetriebe ihr Dienstleistungsangebot entsprechend erweitert. Doch der sich derzeit rapide verändernde Markt birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Denn letztlich weiß niemand, welche der neuen Technologien sich auf dem Markt durchsetzen wird. Somit investieren in diesen Tagen manche Handwerksbetriebe möglicherweise in Zusatzqualifikationen ihrer Mitarbeiter, die wider Erwarten bald nicht mehr gebraucht werden. Hinzu kommt die Konkurrenz durch die großen Energieversorger. Denn diesen sind die zahlreichen Technologien zur alternativen Energieerzeugung in Haushalten, die von den Handwerksbetrieben installiert werden, verständlicherweise ein Dorn im Auge.

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