Preishoch vermiest Solargeschäft in Deutschland
Preishoch vermiest Solargeschäft in Deutschland
Export nach Asien boomt - SolarWorld mit milliardenschweren
Lieferaufträgen**
Mit einem deutlichen Dämpfer für das eigene Wachstum muss die deutsche Solarbranche in diesem Jahr rechnen. Erstmals sollen 2006 weniger Solaranlagen installiert werden als im Vorjahr, wie der Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de unter Berufung auf Berechnungen der Fachzeitschrift Photon berichtet. Als Hauptgrund für die Wachstumsdelle haben die Experten die hohen Preise ausgemacht. "Eigentlich ist man davon ausgegangen, dass die im EEG enthaltene Degression der Vergütungssätze von fünf Prozent zu Preisnachlässen führen wird", erklärt Stephan Wulf, Analyst bei Sal. Oppenheim, im Gespräch mit pressetext. Stattdessen seien etwa die Preise für Solarmodule in den vergangenen Jahren gestiegen.
Die Solarhersteller machen für das Preishoch der vergangenen Monate vor allem den Mangel an Silizium und damit die dadurch steigenden Rohstoffkosten verantwortlich. Laut Photon machen die Kosten für Silizium derzeit allerdings höchstens acht Prozent des Endkundenpreises aus. Darüber hinaus brauche man wegen der höheren Effizienz heutzutage weit weniger Silizium als noch vor einigen Jahren, moniert das Blatt. Unterdessen zeichnet sich aber bereits eine Entspannung der Preislage ab. Wegen der schwächelnden Nachfrage auf dem deutschen Solarmarkt rechnen die Experten noch in der zweiten Jahreshälfte mit Preisnachlässen. Die fallenden Anlagenpreise sollen dann das Wachstum wieder anheizen. "Der deutsche Markt ist noch nicht gesättigt", meint Wulf.
Dennoch geben die Solarunternehmen beim Ausbau ihres Exportgeschäfts kräftig Gas. Die SolarWorld AG http://www.solarworld.de etwa hat heute, Montag, weitere Exportverträge über die Lieferung von Siliziumwafern gemeldet. Insgesamt verfügt die Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG damit bis 2018 über feste Lieferverträge mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Mrd. Euro. Rund 70 Prozent der Aufträge stammen aus dem Ausland, vor allem aus Asien. "Unsere Abschlüsse sind ein Beispiel für die Exportstärke der Erneuerbaren Energien, die bereits heute in Deutschland ein Exportvolumen von etwa 4,6 Mrd. Euro erwirtschaften", meint Frank H. Asbeck, Vorstandssprecher der SolarWorld AG. Bis 2020 soll das Exportgeschäft der Branche Asbeck zufolge bei einem globalen Marktvolumen von 400 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro anwachsen.
Neben SolarWorld haben sich auch Wettbewerber wie Conergy oder ErSol ein kräftiges Wachstum ihres Auslandsgeschäfts auf die Fahnen geschrieben. "In Spanien und den USA lassen sich höhere Preise erzielen", erklärt Analyst Wulf gegenüber pressetext. Die Nachfrage könne mit der in Deutschland zwar noch nicht mithalten, dafür sei aber auch das Angebot noch nicht so groß. In den vergangenen Tagen hatten allerdings Gerüchte aus Spanien, nach denen die Förderung für Solarstrom deutlich reduziert werden soll, für Verunsicherung innerhalb der Branche gesorgt.



