Geschichte der griechischen Heilkunst, die Insel Kos und eine herzhafte griechische Hackfleisch - Spezialität "Biftekia".
Kos liegt in der Ost-Ägäis am Eingang des Golfs von Gökova westlich der türkischen Stadt Bodrum. Die ursprüngliche Hauptstadt Astypalaia, die auch der Geburtsort von Hippokrates gewesen sein soll, heißt heute Kefalos und liegt im Westen der Insel.
Kos - Bucht von Kefalos
Geschichte der griechischen Heilkunst, die Insel Kos und eine herzhafte griechische Hackfleisch - Spezialität "Biftekia".
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Der Regionalbezirk Kos ist einer von 13 Regionalbezirken der griechischen Region Südliche Ägäis und gliedert sich heute in die beiden Gemeinden Kos und Nisyros.

Kos - Festung
Dorische Siedler und Handwerker aus Epidauros kamen als erste auf diese Insel und brachten den Kult des Heilgottes Asklepios mit. Seit 546 v. Chr. unter persischer Kontrolle, gehörte Kos ab ca. 450 zum attischen Seebund und fiel 405 an Sparta. Kos war Zentrum der Heilkunst und besass eine Ärzteschule, die von Hippokrates von Kos (460-370 v. Chr.), dem bekanntesten Arzt des Altertums, geleitet wurde. Diese Schule zeichnete sich durch genaue Fallbeobachtung aus und ist durch den Asklepiadeneid bekannt, den die Ärzte beim Antritt ihres Berufs schworen.

Kos Stadt
Die Platane des Hippokrates liegt zwischen der Burg und der Hadji-Hassan-Moschee in Kos Stadt. Hippokrates soll unter diesem Baum gelehrt haben; der Legende nach soll die Platane fast 2500 Jahre alt sein. Tatsächlich ist sie aber rund 500 Jahre alt.

Kos Platane des Hippokrates
Von der Mitte des 4. Jh. bis zur Eroberung durch Alexander den Großen stand Kos unter der Oberherrschaft der karischen Hekatomniden in Halikarnassos, dem heutigen Bodrum. 366 v. Chr. wurde an der Nordostspitze der Insel die neue Hauptstadt Kos gegründet und wenig später an der Stelle eines Apollon-Haines das Heiligtum des Asklepios erbaut. Das Asklepieion von Kos ist die mit Abstand bedeutendste archäologische Stätte auf der Insel Kos. Das antike Heiligtum des Asklepios (Asklepieion) liegt knapp 4 km in südwestlicher Richtung, außerhalb der heutigen Inselhauptstadt auf einem von Zypressen bewaldeten Hügel, knapp 100 m über dem Meeresspiegel. Da die Gebäude an einem Hang liegen, wurde das Asklepieion in mehreren Terrassen angelegt und die Ebenen über imposante, marmorne Freitreppen miteinander verbunden.

Kos - Asklepieion Brunnen
Die unterste Terrasse wurde von Säulenhallen gesäumt und stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. An die Säulengänge angeschlossen waren Zimmer, wahrscheinlich Räumlichkeiten, in denen die Patienten während der Behandlungen wohnten. Eine im südlichen Teil dieser Ebene gefundene Inschrift erwähnt den von Kos stammenden Arzt Gaius Stertinius Xenophon, Leibarzt des römischen Kaisers Claudius. Interessanterweise fand man auf dieser Ebene auch zwei unterirdische Räume. Man geht davon aus, das diese besonderen Zimmer den Patienten mit Geschlechtskrankheiten und Lepra vorbehalten waren. Eine Gruppe von Gebäuden war dem Lehrbetrieb gewidmet und beherbergte die Medizinschule sowie ein anatomisches und pathologisches Museum, mit zahlreichen Exponaten, Illustrationen und Votivgaben. In den bogenförmigen Nischen, direkt unter der zweiten Ebene, sollen die Figuren verschiedener Götter gestanden haben.

Kos - Asklepieion - Blick auf Bodrum
Auf der mittleren Ebene, dem ältesten Teil der Anlage, die bis in das 4. Jahrhundert v. Chr. zurückdatiert wird, fand der medizinische Betrieb statt. Hier befinden sich neben den medizinischen Badeanlagen, gespeist u.a. aus einer Quelle am Berg Dikeos, mehrere Tempel im Ionischen Baustil, die dem Asklepios geweiht waren, sowie ein später gebauter Apollon-Tempel in korinthischer Ordnung.
Auf der dritten (obersten) Ebene befand sich ein großer Marmortempel im dorischen Baustil, eine exakte Kopie des entsprechenden Tempels in Epidauros, der Asklepios Kiparissios Apollo geweiht war. Ein hier gefundener christlicher Altar erinnert daran, dass der Tempel in byzantinischer Zeit als christliche Kirche diente und der Mutter Gottes geweiht war. Von der obersten Ebene führte eine Treppe weiter in einen heiligen Pinien- und Zypressenwald. Der Wald, dem Apollon geweiht war, verlieh angeblich allen dort lebenden Frauen die Unsterblichkeit und verhinderte, dass sie Kinder bekamen. *
Kos - Windmühle
Im 2. Jh. v. Chr. war Kos Teil des Römischen Reiches, später des Byzantinischen Reiches. Die Insel wurde durch die Venezianer erobert, die sie dann an die Johanniter verkauften. Zweihundert Jahre später wurden die Ritter durch eine türkische Invasion bedroht und verließen die Insel. Das Osmanische Reich besetzte Kos 400 Jahre lang, bis die Insel 1912 als Coo in den italienischen Machtbereich überging. Erst 1947 fiel die Insel wieder ins Griechische Hoheitsgebiet.

Kos - Blick auf Kalymnos
Die griechische Gastronomie verfügt über eine große Auswahl von Gerichten, neben Schaf- und Ziegenfleisch wird seit altersher auch ein großer Anteil an Schweine- und Rindfleisch verzehrt.In den Küstenregionen spielt Fisch nach wie vor eine wichtige Rolle. Typisch Griechische Gerichte sind unter anderem Biftékia, Souvlaki, Gyros, Giouvetsi, Mousakas und Pastitsio.

Kos - Strand von Mastichari
Biftekia - griechische Spezial-Frikadellen
Zutaten (für 4 Frikadellen)
- 500g Hackfleisch - 1/3 Rinderhack 1/3 Schweinehack 1/3 Kalbshack
- Milch oder Sahne
- 1 Ei
- 1 Apfel
- 1 Zwiebel mittelgroß
- 1 Toastbrot
- 1 Bund glatte Petersilie
- 1 EL Minze
- 1 Paprika
- schwarze Oliven
- Schafskäse (oder Feta)
- Semmelbrösel
- 1-2 Knoblauchzehen
- Salz,
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Öl und kaltgepresstes Olivenöl
- 2 EL Gyrosgewürz (besteht aus: Zwiebel, Paprika, Oregano, Petersilie,
Pfeffer, Knoblauch, Thymian, Dillspitzen,
Ancho-Chili, Koriander, Rosmarin, Piment,
Senfkörner, Ingwer, Muskatnuss,
Majoran, Kreuzkümmel, Kurkuma,
Kardamon, Kümmel, Anis, Schnittlauch,
Liebstöckel, Kerbel, Bohnenkraut,
Basilikum, Pastinaken, Karotten, Lauch,
Tomaten, Sellerie)
Zubereitung
Vom Toast die Rinden abscheiden und in Milch oder Sahne einweichen. Zwiebel, Oliven und Paprika in ganz kleine Würfel schneiden. Petersilie und Minze sehr fein hacken.
Jetzt das Hackfleisch in eine große Schüssel geben. Toast, Ei, Zwiebel, Petersilie, Minze, Paprika und Oliven zum Hackfleisch geben.Den geschälten Apfel dazu reiben. Mit Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer abschmecken und das Gyrosgewürz und etwas Olivenöl hinzugeben. Jetzt alles gut mit den Händen durchkneten.
Aus der Fleischmasse werden handtellergroße Fleischklöße geformt, schön flach mit der Hand klopfen (3-4 cm hoch sollten die Frikadellen sein). Falls die Masse noch zu weich zum Formen sein sollte, noch Semmelbrösel hinzufügen. In die geformten rohen Frikadellen ein Loch drücken und mit kleingeschnittenen Schafskäsewürfelchen füllen, danach wieder mit Hackmasse verschließen. Der Schafskäse darf nur im Inneren der Frikadelle sein.
Jetzt werden die Frikadellen in einer großen Guß-Pfanne in Oliven-Öl bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun gebraten - ca. 7 - 8 Minuten von jeder Seite.
Achtung: Die Pfanne solte nicht zu heiß werden, sonst verbrennen die Frikadellen von Außen, während das Innere noch roh bleibt.
Die goldbraun gebratenen Frikadellen aus der Pfanne nehmen und restliches Fett mit Küchenkrepp abtupfen.
Dazu passt besten ein griechischer Salat oder auch Tomatensalat mit Zwiebeln und Öl - sowie Fladenbrot.
Lecker auch in Deuschland - die Frikadelle.
In Deutschland kennt man den Begriff Frikadelle bereits seit Ende des 17. Jhs. Der Ursprung des Wortes leitet sich wahrscheinlich vom französischen Ausdruck fricandeau ab. Frikadellen sind deutschlandweit regional unter zahlreichen Namens- und Rezeptvarianten bekannt: Die Bezeichnung Bulette ist im Nordosten des deutschen Sprachraumes gebräuchlich und stammt vom französischen boulette für „Kügelchen“, und wurde während der Besetzung Berlins durch die Truppen Napoleons zwischen 1806 und 1813 gebräuchlich. Auch die Bezeichnung Brisolette (von franz. briser für brechen, zerkleinern) entstand in dieser Zeit. Die Brisolette unterschied sich von der Bulette durch eine geringfügig kleinere, rundere Form, war meist in Paniermehl gewälzt und das Fleisch sollte innen noch leicht rosa sein. Die Brisolette stand vorzugsweise auf der Speisekarte der „feinen Küche“ des 19. und 20. Jahrhunderts.
Der seit dem 18. Jahrhundert auch schon in Berlin bekannte, ursprünglich ostpreußische Klops ( Könisgberger Klopse) geht vermutlich auf das auf das niederdeutsche 'kloppen' zurück, was auf das „geklopfte" Fleisch hinweist.
Die vornehmlich in Bayern gebräuchliche Bezeichnung Fleischpflanzerl hat ihren Ursprung in der Bezeichnung Fleischpfannzelte. Zelte ist ein altertümlicher Ausdruck für
einen flachen Kuchen, der sich auch in Bezeichnungen wie Lebzelte für Lebkuchen erhalten hat. Fleischpfannzelte bezeichnete den flachen Fleischkuchen aus der Pfanne. Es wurde vorwiegend aus Fleischresten zubereitet. In Baden-Württemberg, Schwaben und Franken ist die Bezeichnung Fleischküchle üblich.
In Süd- und Westthüringen findet man die Bezeichnung Hackhuller oder Huller. Hullern - "sich drehen"- weil man eine Frikadelle durch eine rollende Bewegung in den Händen formt. Im Schweizerdeutschen kennt man den Begriff Hacktätschli, Dänen und die Belgier haben ihre frikadeller, Holländer ihre Frikandel.
Der Bratklops aus rohem Hackfleisch kam per deutschen Auswandererschiffen im 19. Jahrhundert von Hamburg über den Atlantik in die USA und wurde als Hamburger ein Welthit.
Hier ein Fleischklops - Rezept aus dem Jahr 1795 ( Aufzeichnungen von F.C. Fontane, Berlin 1903 ):
"Man nimmt zu einer guten Schüssel 4 Pfd. Rindfleisch aus der Keule, schabet solches recht fein und rühret es mit 4 Eyern und für 4 Dreyer Semmel nebst etwas fein gehackten Scharlotten tüchtig durch, wie auch etwas Salz. Alsdann machet man auf ein Fischbrett kleine Kuchen, nicht voll so dick wie ein kleiner Finger, davon, und leget immer 4 bis 5 Stück in eine Schüssel mit kochender Butter, worinnen aber nicht so viel seyn muß, daß sie überstehet. Alsdann schmeißet man die Kuchen von einer Seite zur andern, weil sie gleich gahr sind und leget sie immer auf den Rand der Schüssel bis sie alle gebacken (...) auch kann man eine Sardellen-Sooße darüber machen."
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