Bulgarien die Kunst und die Küche--Bulgarischer Gurkentopf mit Pfifferlingen
Bulgarien ist schon seit dem 13. und 14. Jahrhundert bekannt für seine Ikonenmalerei. Die Vertreter der Malschule von Weliko Tarnowo überschritten die überlieferten Regeln der traditionellen Ikonenmalerei und schufen damit die bedeutendste eigenständige Schule der ostkirchlichen Kunst. Mit der bulgarischen Wiedergeburt nach dem Ende der türkischen Besatzung entstanden überall im Land neue Kunstschulen. Die bekannteste ist die Kunstschule von Samokow. Aus ihr gingen viele der Maler hervor, die die Bemalung der Kirche im Kloster Rila ausführten, unter ihnen Sachari Sograf. Bekannte Künstler der neueren Zeit sind Jules Pascin, der 1885 in Vidin geboren wurde. Eigentlich hieß er Julius Pinkas. Da er lange Zeit in Frankreich verbrachte, wo er auch 1930 starb, wird er als bulgarisch-französischer Maler und Grafiker bezeichnet.
Musik und Speisen gehören hier zusammen
Bulgarien die Kunst und die Küche--Bulgarischer Gurkentopf mit Pfifferlingen
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Der bekannteste lebende bulgarische Künstler ist wohl Christo Jawaschew, der unter seinem Vornamen und zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude bekannt wurde. Er verhüllte u.a. das Reichstagsgebäude in Berlin und den Pont Neuf in Paris.
Bulgarien verfügt über eine große Tradition des Chorgesangs. Der staatliche Chor wurde durch einen eigenen Stil sehr erfolgreich, zahllose bulgarische Frauenchöre wie z.B. Angelite sind heute international bekannt. Das bulgarische Nationalinstrument ist, neben der Flöte Kaval, der Dudelsack Gaida. In den meisten Landesteilen wird die hochgestimmte Thrakische Gaida (Djura Gaida) gespielt, überwiegend zum Tanz, während im rhodopischen Gebirge die tief gestimmte Kaba Gaida zur Begleitung meist trauriger Balladen genutzt wird.
Bekannte bulgarische Sänger sind u. a. Ari Leschnikow, der von 1928 bis zur Auflösung in den 30er Jahren den Comedian Harmonists als Tenor angehörte und der Opernsänger Boris Christow, der als einer der weltbesten Bassisten galt. Die gebürtige Bulgarin Wesselina Kassarowa gehört heute zu den gefragtesten Mezzosopranistinnen der Welt.
Das Besondere an der bulgarischen Musik ist, dass diese über eine große rhythmische Vielfalt verfügt. Die Verwendung an ungeraden Takten, wie z.B. 5/8, 7/8 und 9/8, machen diese Musik besonders schwierig zu spielen. Viele moderne Musiker in den verschiedensten Genren aus aller Welt benutzen Fragmente bulgarischer Volksmusik.
Balkanküche ist ein häufig verwendetes Schlagwort für verschiedene Landesküchen, die geografisch zum so genannten Balkan gehören, von Ungarn über Rumänien, Bulgarien, das ehemalige Jugoslawien bis nach Albanien und Griechenland. Die Küche des Balkans kennt italienische, türkische, ungarische und österreichische Einflüsse. Je weiter östlich man kommt, desto größer ist der orientalische Einfluss.
Die Balkanküche verwendet sehr viele Fette und Öle. Gerade in bäuerlichen Gegenden wird mit Schmalz und ausgelassenem Fett von Gänsen und Hühnern gekocht. Im Süden, an der dalmatinischen Küste ist das aus mittelgroßen, schwarzen Oliven gewonnene Olivenöl allgegenwärtig.
Gewürzt wird mit Paprika und Knoblauch. Es existieren diverse Sorten Gemüsepaprikas, aber auch das kleine, scharfe Gewürzpaprika und Peperoncini. Die Schoten werden als Salate, Gemüse, in Öl oder Essig eingelegte Antipasti oder auch mit Reis und Fleisch gefüllt verwendet und daneben vor allem auch als Gewürzpulver beigemischt.
Im mediterranen Bereich werden auch Gewürzkräuter großzügig verwendet. Viele der bekannten Gewürzkräuter wachsen der Küste entlang wild und haben deshalb ein intensiveres Aroma als gezüchtete Varianten. Typisch für die Balkanküche sind Majoran, Basilikum, Salbei, Thymian, Rosmarin und Dill.
Ein balkanisches Menü beginnt mit vielen Vorspeisen (Meze oder Antipasti) als Appetitanreger. Dazu können Oliven, Nüsse, Pršut (eine Art Rauchschinken), Salami, Weichkäse und in Öl oder Essig eingelegtes Gemüse gehören. Komplexere Vorspeisen sind Pasteten aus Käse, Fleisch oder Gemüse, gebackene Auberginen, Eierspeisen und gefüllte Weinblätter. Auch Suppen gelten als Vorspeise und dem Hauptgang geht oft eine klare Brühe voraus.
Zum Hauptgang wird je nach Region Fisch, Fleisch und Gemüse gereicht. Die Balkanküche kennt viele Grillrezepte, beispielsweise die Grillspießchen Ražnjići und Ćevapčići. Diese werden vor allem in Bosnien meist mit einem Schlag Kajmak, eine Art Sauerrahm, genossen. In Slowenien (wie auch Kroatien und Montenegro) wird Ajvar (Paprikasauce) dazu serviert. Dazu gibt es Salate und frisches Brot. Vor allem letzteres ist bei keiner Mahlzeit wegzudenken. Zu Ragouts und anderen Pfannengerichten werden Beilagen wie Mais, Knödel, Eiergraupen oder Đuveč gereicht.
Als Abschluss wird wiederum Käse und frisches Obst aufgetischt, dazu süßes Kleingebäck wie z.B. slowenische Gibanica, und türkischer Mokka, der in einem konischen Kupferpfännchen, der Džezva, zubereitet wird.
In der bulgarischen Küche sind das Bohnenkraut Tschubriza (Чубрица) und das ketchupähnliche Püree Ljuteniza (Лютеница) sowie die besonderen Wurstarten Lukanka (Луканка) und Sudjuk (Суджук) sehr beliebt.
Bulgarischer Gurkentopf mit Pfifferlingen
Zutaten: ( Mengen und Garzeiten für 4 Portionen )
2 große Zwiebeln
1 St Knoblauchzehe
60 g Durchwachsener Speck
3 EL Olivenöl
200 g Langkornreis
3/4 l Fleischbrühe
1000 g Salatgurken
6 mittlere Tomaten
250 g Frische Pfifferlinge
etwas Salz
etwas Weißer Pfeffer
etwas Edelsüßer Paprika
etwas Dill
Zubereitung:
Die Zwiebeln und Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Den Speck fein würfeln und in 2/3 erhitztem Olivenöl auslassen. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfel zufügen. Den Langkornreis waschen und abtropfen lassen, ebenfalls ins Fett geben und glasig werden lassen.
Die Fleischbrühe aufgießen und alles zugedeckt 10 Minuten kochen lassen. Inzwischen die Gurken schälen, längs halbieren, von den Kernen befreien, in Stücke schneiden und in die Brühe geben.Das Ganze weitere 10 Minuten ziehen lassen.
Die Tomaten überbrühen, häuten und vierteln. Das restliche Öl in einem Topf erhitzen, die geputzten, geschnittenen Pfifferlinge darin unter Wenden andünsten, die Tomaten zufügen und fünf Minuten dünsten. Alles zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Paprika zum Eintopf geben. Mit viel gehacktem Dill bestreuen.
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