Kaum Chancen für "Initiative 50 plus"
DIHK sieht kaum Chancen für "Initiative 50 plus"
Wenig Erfolgsaussichten räumt Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Initiative 50 plus" von Arbeitsminister Franz Müntefering ein.
Ludwig Georg Braun in der "Stuttgarter Zeitung"
(15.09.2006)
"Ich fürchte, dass es kaum gelingen wird, damit nennenswert viele Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren", sagte Braun der "Stuttgarter Zeitung". Als ein Hauptproblem nannte der DIHK-Präsident die mangelnde Qualifikation der Betroffenen, die oft lange arbeitslos seien. Die Initiative 50 plus zielt darauf, Ältere länger im Arbeitsleben zu halten oder Arbeitslosen eine Chance zum Wiedereinstieg zu geben. Dazu beitragen sollen ein Kombilohn für Ältere und neu gestaltete Eingliederungszuschüsse.
"Ein schrumpfendes Unternehmen investiert selten in die Fortbildung. Deshalb haben die Menschen, wenn sie arbeitslos werden, oft schon ein Handicap", sagte Braun der Zeitung. "Wenn dann noch Jahre vergehen, in denen die Weiterentwicklung verpasst wird, hat man kaum noch eine Chance." Die Qualifizierung von Arbeitslosen werde nach wie vor vernachlässigt. "Aber ohne eine gute Schulung nützen die besten Initiativen nichts."
Braun forderte vor allem von den Arbeitslosen, auch in der Erwerbslosigkeit ständig auf dem Stand der Dinge zu bleiben. "Wer zeigt, dass er will, und zeigt, dass er kann, für den stehen weit mehr Türen offen als für den, der auf dem Hergebrachten verharrt, als würden sich die Dinge nicht ändern."
Gleichzeitig sei aber auch die Arbeitsverwaltung gefragt: "Wenn die Arbeitsämter erfolgreich sein wollen, müssen sie Weiterbildung mehr fördern und mehr fordern."
"Stuttgarter Zeitung" vom 15. September 2006 www.stuttgarter-zeitung.de


