Kirche gegen Ausweitung der Sonntagsarbeit
In einem gemeinsamen Aufruf haben sich die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland gegen die Ausweitung der Sonntagsarbeit ausgesprochen (tagesschau.de, 03.01.2007). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, betonte, dass der Sonntag ein kostbares Kulturgut sei und „als Tag der Arbeitsruhe und des Gottesdienstes, der Besinnung und der Gemeinschaft und dabei insbesondere als Tag der Familie" gelte.
"Tag der Besinnung, der Gemeinschaft und der Familie"
Kirchen kritisieren Ausweitung der Sonntagsarbeit
Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben die Ausweitung der
Sonntagsarbeit scharf kritisiert. Damit würden uralte Werte
preisgegeben, erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. Die EKD prüfe in
Abstimmung und im Austausch mit der katholischen Kirche eine
Verfassungsbeschwerde, so Huber.
"Sonntag ein kostbares Kulturgut"
Die neuen Regelungen seien nicht durchdacht und auch nicht vereinbar mit dem besonderen Schutz der Sonn- und Feiertage, wie er aus gutem Grund im Grundgesetz stehe, sagte Huber. Der Sonntag sei "ein kostbares Kulturgut als Tag der Arbeitsruhe und des Gottesdienstes, der Besinnung und der Gemeinschaft und dabei insbesondere als Tag der Familie".
Lehmann kritisierte vor allem konservative Gruppen. "Das eigentlich Absurde ist, dass sich auch konservative und wertbewusste Gruppierungen und Parteien nicht scheuen, sich an dieser Zerstörung des Sonntags zu beteiligen", sagte Lehmann. "Überall sucht man heute nach beständigen Werten. Hier sind Jahrhunderte alte, Jahrtausende alte Werte, die relativ leicht preisgegeben werden."
Bei der Lockerung der Ladenöffnungszeiten kritisierte der Vorsitzende
der Bischofskonferenz besonders die Regelungen in Berlin, Brandenburg
und Sachsen-Anhalt, die den Sonntag besonders stark tangierten. Der
Sonntag sei natürlich auch dann gefährdet, wenn Verkäufer am Samstag
bis Mitternacht arbeiten müssten und dann noch die halbe Nacht
brauchten, um nach Hause zu kommen.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, kritisierte besonders konservative Gruppen, die sich auch an der Zerstörung des Sonntags beteiligten (Die Neue Epoche online / AP, 03.01.2007). Beide Kirchen prüfen eine Verfassungsbeschwerde (Die Presse, 04.01.2007).


