Europas Unternehmen an Web 2.0 nicht interessiert
03.09.2007-- Sicherheitsbedenken und Wissensdefizite verhindern Umsetzung---Mangelndes Verständnis und die Unwissenheit der Führungskräfte gegenüber Web 2.0 sind die Hauptgründe für das häufige Scheitern von Investitionen in europäischen Unternehmen. Obwohl die damit zu erzielenden Vorteile offensichtlich sind, scheint der flächendeckende Einsatz von sogenanntem "Enterprise Social Computing" bislang mehr Theorie als Praxis. Zu diesem Ergebnis kommt das US-amerikanische Softwareunternehmen BEA Systems in seinem heute, Montag, präsentierten "Mashup the Enterprise Survey". "Vor allem für Unternehmen, die derzeit noch dezentral organisiert sind, bieten Web-2.0-Applikationen wie Wikis und Blogs Möglichkeiten, die kollegiale Zusammenarbeit effizienter zu koordinieren", meint der Berlecon-Research-Analyst Philipp Bohn gegenüber pressetext.
Im Detail gaben 57 Prozent der 321 europaweit befragen Unternehmen an,
sich mehr Aufklärung über den Nutzen von Web-2.0-Technologien zu
wünschen. Als Gründe, warum viele Firmen eher davor zurückschrecken,
interaktive Partizipationsmöglichkeiten für ihre Kunden anzubieten,
nannten 23 Prozent Ressentiments und/oder Probleme bei der Kontrolle der
Inhalte, während 20 Prozent Sicherheitsbedenken äußerten. "Ich bin mir
sicher, dass der Vorteil für das Unternehmen besonders stark im Bereich
des Informationsmanagements liegt. Dennoch steht und fällt die Akzeptanz
dieser interaktiven Technologien mit der Qualität, die sich nur durch
zielgerichtetes Filtern beibehalten lässt", unterstreicht der
BEA-Systems-Systemberater Wolfgang Weigend http://www.bea.com.
Laut dem Experten befänden sich die meisten Unternehmen derzeit in einer
Evaluationsphase. Die Ergebnisse des Surveys zeigen aber auch, dass sich
ein Großteil der Unternehmen für den Unternehmenserfolg der immer
wichtiger werdenden Web-2.0-Bedeutsamkeit bewusst ist. "Viele
Unternehmen sind noch längst nicht soweit, Web 2.0 einzuführen. Dies
hängt ganz wesentlich von dem Willen und der Offenheit ab. Die
Unternehmenskultur besitzt dabei einen zentralen Stellenwert", so Bohn.
Durch den Web-2.0-Einsatz versprechen sich 41 Prozent der Führungskräfte
Verbesserungen der Kundenbeziehungen- und -interaktionen. Die Mitwirkung
der Endnutzer an Arbeitsprozessen könnte dadurch gefördert und die
Kollaboration (31 Prozent) sowie die Produktivität der Mitarbeiter durch
nutzergenerierte Innovationen erhöht werden, sind sich die Befragten
einig.
Anhand der Studienergebnisse rechnet BEA Systems damit, dass sich die
Nachfrage für die Erstellung neuer Inhalte durch die Re-Kombination
bestehender Informationen aus Webseiten oder Anwendungen (Mashups)
mittel- bis langfristig verdreifachen wird. Während heute erst sechs
Prozent der befragten Unternehmen Mashups nutzen, planen 18 Prozent, den
Einsatz in den nächsten zwölf Monaten vorzunehmen. Interessant ist, dass
das Verständnis für die Nutzung der Vorteile von Web-2.0-Technologien
vor allem bei skandinavischen Führungskräften am niedrigsten ist. 83
Prozent der norwegischen und 69 Prozent schwedischen Unternehmen wissen
nicht genug über die Vorzüge, während in Deutschland und Frankreich
derzeit noch die meisten Sicherheitsbedenken bestehen.


