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IHK-Studie: Hotelangebot in der Region Wiesbaden zu gering

veröffentlicht am 30. Juli 2015 | Kategorie: Handwerk, Handel, Verbände

Bedarf an Erhöhung der Bettenkapazitäten auch im Rheingau-Taunus-KreisInsbesondere durch die neuen Rhein-Main-Hallen, aber auch durch die allgemeine Zunahme von Städtetourismus in Deutschland sollten gezielt weitere Hotelkapazitäten in Wiesbaden geschaffen werden,

um die Nachfrage zu bedienen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Kurzstudie, die das Beratungsunternehmen Bevenue aus München im Auftrag der IHK Wiesbaden erstellt hat. Empfohlen wird mindestens ein Businesshotel einer internationalen Marke im 3 bis 4-Sterne-Segment mit 150 bis 600 Betten, das sich in fußläufiger Entfernung zu den Rhein-Main-Hallen, dem Kurhaus und zur Innenstadt befindet. Aktuell dominieren Privat- und Boutiquehotels die Wiesbadener Hotellandschaft – nur jedes vierte Hotel bietet mehr als 100 Zimmer. Mehr als dreiviertel der in Wiesbaden ansässigen Hotelbetriebe sind im mittleren und unteren Qualitätssegment angesiedelt. Bezogen auf die Bettenzahl ist die Hälfte des Zimmerangebotes im 4- und 5-Sterne Segment angesiedelt.

Nach der Analyse ist die Zahl der Übernachtungen in Wiesbaden im Zeitraum 2009 bis 2013 um 13,8 Prozent gestiegen, 2014 legte die Landeshauptstadt nochmals um 2,8 Prozent auf 1,16 Millionen Übernachtungen zu. Zum Vergleich: In Mainz sanken die Übernachtungszahlen um 1,6 Prozent auf 871.500. Überdurchschnittlich gut schneidet Wiesbaden beim Vergleich der Übernachtungszahlen deutscher Städte ab, die in der Marketing-Kooperation „Historic Highlights of Germany e.V.“ vereint sind. Hier liegt Wiesbaden beispielsweise vor Erfurt, Regensburg, Würzburg und Potsdam.

Laut der IHK-Studie verzeichnet der Wiesbadener Hotelmarkt „eine stabile Entwicklung, aber ohne wesentliche Impulse.“ Der Neubau der Rhein-Main-Hallen verspricht eine steigende Nachfrage für Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistungen. „Damit zur Eröffnung der Rhein-Main-Hallen Anfang 2018 eine adäquate Bettenkapazität angeboten werden kann, müsste dringend eine Entscheidung über ein weiteres Hotel getroffen werden. Hier ist es bereits 5 nach 12“, erklärt Sabine Köth, Leiterin des Tourismusausschusses der IHK Wiesbaden. Der IHK-Ausschuss und die IHK-Vollversammlung haben sich bereits einhellig für eine Erweiterung der Hotelkapazitäten ausgesprochen, wobei die Vollversammlung das Sterne-Segment dem Markt überlassen möchte.

Einen Ausbau des Hotelangebotes fordern die IHK-Gremien auch für den Rheingau-Taunus-Kreis. Nach der IHK-Studie sind zwar „Nachfrageimpulse derzeit nicht erkennbar“, dennoch sei der „Ausbau und die Entwicklung des Angebots und nachfrageinduzierende Maßnahmen dringend ratsam“. An diversen Standorten sollten die Hotels saniert, modernisiert oder entwickelt werden. Angepeilt für einen Neubau wird hier in erster Linie das 3,5-Sterne-Segment. Auch gibt es momentan kaum Markenhotels. Die Zahl der Übernachtungen verharrt etwa gleichbleibend bei 1,2 Millionen pro Jahr bei einer konstanten Gästezahl von rund 460.000. Traditionell sind die Sommermonate am stärksten mit rund 132.300 Übernachtungen pro Monat.

Eltville verzeichnete seit 2008 eine leicht positive Entwicklung. In Rüdesheim gingen die Bettenkapazitäten und die Zahl der Übernachtungen leicht zurück, hingegen stieg die Zahl der Gäste sogar leicht an. In Bad Schwalbach sanken demgegenüber die Gäste- und Übernachtungszahlen – positive Nachfrageimpulse werden hier jedoch durch die Landesgartenschau 2018 erwartet.

Die IHK-Kurzstudie findet sich unter www.ihk-wiesbaden.de, Dok.-Nr. 4358, http://www.ihk-wiesbaden.de/blob/wiihk24/standort/downloads/2707678/9457d9efedac2393e3aa1238472e878a/Kurzstudie_Hotelmarkt_Wiesbaden_Rheingau_Taunus-data.pdf